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Militär-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege : (Gruppe XVI, Section 3) ; Bericht / von Mosetig von Moorhof, k.k. Primararzt und Universitätsdocent
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Militärfanität und freiwillige Hilfe im Kriege.

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wochenlang ohne Ruh ohne Raft, ohne dafs man ihre Fieberdelirien berück­fichtigte oder die zu eng gewordenen Gipsküraffe öffnete. Mit erfrorenen Extre­mitäten, jauchenden Wunden, pyämifch erkrankt, mit Starrkrampf behaftet kamen die Unglücklichen an, und wurde einer der Fahrgäfte auf dem Wege von feinem jammervollen Dafein erlöft defto beffer hinaus mit der charogne und luftig

weiter kutfchirt!

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Mögen die Geleife an dem Schlachttage auch verlegt fein, fie werden fich wieder öffnen, die fehr fchwer Verwundeten behält man fo in den nächften Feld­lazarethen und von dort können fie ja auch längere Zeit nach der Schlacht abgeholt werden, denn evacuirt wird ja nicht nur in den erften Tagen nach der Schlacht, fondern nach und nach fort und fort.

Wir kommen nun zur Frage, wie die Eifenbahn- Wagen im Allgemeinen befchaffen fein follen, um zum Lazarethdienfte verwendet werden zu können. Es wird hiezu als Hauptbedingung erfordert eine freie Communication, damit Aerzte und Wartperfonale von einem Wagen in den anderen fteigen und die ganze Länge der Trains abgehen können, ohne dabei felbft in Lebensgefahr zu gerathen. Eifenbahn- Wagen, die fich nur von der Seite aus befteigen laffen, find defs­halb zu Lazarethzügen ganz unbrauchbar, und nur folche find verwendbar, welche an den Kopffeiten zu öffnen find und Plattformen mit breiten und bequemen Treppen befitzen. Die Thüren müffen breit fein, auf dafs man mit den Tragbahren durch könne und follten auch die Geländer und etwaige Dachftützen der Platt­form abnehmbar gemacht werden, damit diefe das leichte und bequeme Ein- und Ausladen der Tragen nicht hindern. Preufsen läfst in Hinblick auf diefe Noth wendigkeit alle neugebauten Perfonenwagen IV. Claffe mit Plattformen und Kopf­thüren verfehen und wäre es fehr wünfchenswerth, wenn auch die übrigen Staats­oder Privat- Eifenbahn- Gefellſchaften die Wagen III. und IV. Claffe in ähnlicher Form conftruiren liefsen. Auf Perfonenwagen II. und I. Claffe wird bei der Zufammenftellung von Lazarethzügen weniger reflectirt, weil das Ausräumen der Sitze grofse Schwierigkeiten bieten würde, und ja ein Lazarethwagen ganz leer. fein mufs, um Schwerverwundete in liegender Stellung aufnehmen zu können. Sehr brauchbar zum Bleffirtentransporte find Güterwagen und zwar aus meh­reren Gründen: Einmal kann man fie in gröfserer Zahl befchaffen, ferner befitzen fie keine eigenen Einrichtungen, die man erft wegräumen müfste und fie haben breite feitliche Thüren, welche zum Ein- und Ausladen der beladenen Bahren viel beffere Verwendung finden als die Kopfthüren. Trotzdem follen letztere fowie die Plattformen nicht mangeln, um die freie Durchgängigk eit des Zuges nicht zu stören. Der einzige Nachtheil der Güterwagen befteht aufser der ungenügenden Ventilation und Beleuchtung in der Qualität der Federn, die gemeiniglich für eine Laft von 200 Centnern berechnet ift. Hat der Wagen nun ftatt 200 nur etwa 25 bis 30 Centner zu tragen, fo ergeben fich die Federn als infufficient und diefs ift wohl der Grund, warum man beim Fahren in einem leeren Güterwagen die Erfchütterung und die Stöfse fo empfindlich fpürt. Der weitere Uebelftand des dröhnenden Geräufches ift dadurch bedingt, dafs der Güterwagen beim Mangel an Fenſtern und fonftigen Ventilationsöffnungen einem Refonanz­boden gleicht, der jedes Geräufch vervielfacht. Der Uebelftand der nur für fchwere Belaftung berechneten Federn läfst fich leicht heben, wenn man an Güterwägen das Syftem der regulirbaren Federn anbringt, worunter man folche Federn verfteht, aus denen einzelne Blätter ohne Störung des Gefammtmechanismus heraus­genommen und wieder eingepasst werden können, wodurch die Möglichkeit erwächft, die Federung je nach der Belaftung entsprechend zu modificiren. Doch, wenn auch fehr wünfchenswerth, wäre diefe Einrichtung vielleicht weniger noth­wendig als die Vorforge für Luftwechfel und Licht. Das bisher geübte Verfahren, bei Benützung von Laftwagen zu Lazarethzwecken in den Wandungen Fenfter einzufchneiden und fie dadurch den Perfonenwagen ähnlich zu geftalten, genügt aber durchaus nicht, denn find die Fenfter beiderfeits offen, fo entſteht ein für

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