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Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
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Alexander Friedmann.

diefem Schiffe waren die Rohrleitungen und Saugfiebe der Pumpen im Kielraume aus Kupfer, und der Cement, mit welchem die Innenfläche der Schiffsverkleidung beftrichen ift, ftellenweife losgelöft. In Folge deffen ftellte das falzige Kielwaffer zwifchen den cementfreien Eifenblechen und den Kupferrohren eine galvanifche Strömung her, durch welche diefe Eifenplatten durchgefreffen wurden und das Schiff, welches fonft noch in gutem Stande war,( bei Sct. Paul) zum Sinken kam. Faft allgemein wird defshalb der Anftrich mit Miniumfarben oder guten anderen Oelfarben bewerkstelligt und werden die Koften des häufigen Dockens nicht gefcheut, weil diefer Vorgang doch der ficherere ift und die gröfseren Aus­lagen hierfür dadurch wieder hereinkommen, dafs das reine Schiff leichter geht und Brennmaterial erfpart.

Diefes häufige Docken kann übrigens bei grofsen Dampfern, welche doch meift nur aus fehr frequenten, mit allen Hilfsmitteln ausgerüfteten Häfen auslaufen und nach Ablauf einer beftimmten Zeit nach folchen Häfen wieder zurückkehren. immer rechtzeitig bewerkstelligt werden.

Anders ift diefs bei kleineren Segelfchiffen, welche langfamer fahren, in den Häfen oft fehr lange das Anfammeln der nothwendigen Fracht abwarten. müffen und oft erft nach Jahren in einen Hafen kommen, wo alle Hilfsmittel zur Dockung und zum Anftreichen eines Schiffes vorhanden find. Freilich die höl­zernen Segelfchiffe mit Kupferverkleidung kann man, wenn fie ausgeladen. haben, in Häfen, wo ftarke Ebbe und Fluth ift, während der Fluth auf den Sand laufen laffen und während der Ebbe deren Kupferhaut rafch wafchen und reinigen. Nicht aber die eifernen Schiffe, weil beim Reinigen des Schiffes immer auch die Anftrichfarbe mitgeht, und der Intervall zwifchen Ebbe und Fluth nicht Zeit genug bietet, um den fpäter im Waffer eingetauchten Theil des Schiffes frifch anzuftreichen und den Anftrich trocknen zu laffen.

Für eiferne Segelfchiffe fällt alfo der Umftand, dafs fich diefelben viel mehr mit Mufcheln und Gräfern belegen, als die hölzernen Schiffe, fehr ungünftig in die Wagfchale, und ift es defshalb fchon begreiflich, dafs, trotzdem hölzerne Schiffe gut hergeftellt nicht bedeutend billiger find als eiferne Schiffe und trotzdem die Dauer der hölzernen Schiffe derjenigen der eifernen weit nachfteht, dennoch das Verdrängen der hölzernen Segelfchiffe durch eiferne fehr langfamvor fich gehen wird. Für lange Fahrten ift es nichtsdeftoweniger möglich, dafs die eifernen Segelfchiffe die hölzernen verdrängen werden, felbft in den füdlicheren Meeren und wärmeren Klimaten, wie z. B. in den oftindifchen Gewäffern, in welchen diefes Anlegen von Mufcheln und Gräfern in viel höherem Grade ftattfindet, als in den nördlichen Gegenden, und für welche factifch auch grofse Waarentransport- Schiffe noch immer aus Holz gebaut werden, wie folche befonders in der holländifchen und italienifchen Abtheilung zu fehen waren. Hiezu trägt allerdings auch der Umftand bei, dafs bei eifernen Schiffen das transportirte Getreide, Thee und manche andere Waaren durch den Roft und das immerdar vorhandene, fchwach fäurehältige Waffer im Kielraume leiden könnten und defshalb die hölzernen Schiffe von den füdländifchen Verfrachtern bevorzugt werden. Dahingegen fällt gerade in diefen wenig frequenten Häfen die Ballaftfrage fehr zu Gunften der eifernen Segelfchiffe aus, weil diefe den Ballaft leicht durch Seewaffer herftellen, welches fie in hiefür abgetheilte wafferdichte, bei voller Ladung als Laderäume dienende Compartiments einlaffen, während die hölzernen Schiffe feften Ballaft nehmen müffen, der oft gar nicht zu befchaffen und deffen Ein- und Ausladung jedenfalls fehr koftfpielig ift. Diefe Umftände find befonders für Segelfchiffe von grofser Wichtigkeit, da diefelben ja ihre Waaren auffuchen und oft lange Zeit leer von Hafen zu Hafen fahren müffen, bis fie Fracht finden.

Die gemifchten Schiffe aus Eifen- und Holzconftruction wurden ursprünglich für die oftindifchen Gewäffer erdacht, wo, wie erwähnt, das Anlegen der Gräfer