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Marinewesen : (Gruppe XVII, Section 1 bis 4) ; Bericht / von Alexander Friedmann, Civiling. in Wien
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Marinewefen.

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gehoben und c das rückwärtige Leitrad, über welches das Seil längs dem Schiffe laufend, wieder ins Waffer niederfällt. Das Seilrad a ift nach einer von Fowler angegebenen Methode fo conftruirt, dafs das Seil während der Paffirung am Umfange des Seilrades zwifchen einer Art beweglicher Lippen eingezwängt wird, fo dafs mit der Drehung des Seilrades immer eine neue Stelle des Drahtfeiles vorne gefafst und nach rückwärts wieder losgelaffen wird.

Fig. 6.

In der beiftehenden Fig. 6 ift in ein Zehntel natürlicher Gröfse der Querfchnitt des Spurkranzes eines folchen Rades veranfchaulicht, wie diefes an einer von Gebrüdern Sulzer ausgeftellt gewefenen Mafchine für den Seilbetrieb disponirt war. In diefer Figur ift s das Drahtfeil und find rri die beiden Lippen, welche, um die Zapfen o 01 drehbar, durch die Action des Seiles gegen die Achfe des Rades gedrückt werden und hiedurch das Seil einklemmen. Kommt durch die Drehung der Trommel diefer Theil des Spurkranzes nach abwärts zu liegen, dann öffnen fich die beiden Lippen rr1 vermöge ihres Gewichtes von felbft, fo dafs fie bei der Weiter­bewegung, wieder mit dem Drahtfeile in Contact gelangend, diefem leichte Einlagerung bieten und es fpäter wieder durch die feitliche Preffung feft­halten können.

Das Drahtfeil- Schiff Fig. 4 und 5 der Donau- Dampffchifffahrt- Gefellſchaft hat gegenüber den bisherigen Drahtfeil Schiffen die wichtige Verbefferung, dafs es mit zwei Zwillingsfchrauben verfehen ift, durch welche es, wie diefs namentlich bei den Stromabwärts- Fahrten nothwendig ift, die Fahrten unabhängig vom Seile bewerkstelligen kann.

Ein anderes, neues Syftem eines folchen Drahtfeil- Schiffes, von Jackfon combinirt, ift in Tafel VIII, Fig. 1, in der Vorderanficht, Fig. 2 im Grundriffe ver­anfchaulicht. Anftatt das Seil mittelft eines Lippenrades aufzuziehen, wird das­felbe, wie in den Zeichnungen deutlich erfichtlich, zwifchen vier Seilrollen- Paaren durchgezogen. Je vier Rollen o bis o' find wie die Räder einer Achtkuppler­Locomotive mittelft Kurbeln und Kuppelftangen miteinander gekuppelt, alle Rollen find genau auf den gleichen Durchmeffer gedreht, haben alfo die gleiche Umfangsgefchwindigkeit und find durch Federanordnungen fo regulirt, dafs die Einklemmung des Seiles nicht unnöthig ftark wird. Das Schiff ift feit Jahren in regelmässigem Betriebe und hat fich das Seil gut gehalten. Die Lenkung des Seiles ift durch die vordere bewegliche Leitrolle d in einfacherer Weife bewerk­ftelligt, die Auslöfung des Seiles für die freie Fahrt des Schiffes weniger fchwierig und hat das Seil nicht wie bei dem früher befchriebenen Seilfchiffe mehrfache Auf- und Abwärtsbiegungen zu beftehen. Ueberdiefs kann das Schiff unabhängig vom Seil wie ein gewöhnlicher Raddampfer ftromabwärts, eventuell ftromaufwärts fahren und Bugfirdienft verfehen; es ift zu diefem Behufe mit Ruderrädern rr ver­fehen, welche durch die Kuppelungen m n mit der Triebachfe der Mafchine ver­

bunden werden können.

Auf der nächften Tafel IX veranfchaulicht Fig. 3 den Längenfchnitt, Fig. 4 den Grundrifs und Fig. 5 den Schnitt nach dem Hauptfpanten eines Ketten­fchiffes der Donau- Dampffchifffahrts- Gefellfchaft. a a' find die beiden Ketten­trommeln, 6 die vordere Kettenführung, an welcher die Kette aus dem Fluffe gehoben, b' die hintere Kettenführung, durch welche diefelben wieder ins Waffer gelaffen wird. c c' find die Dampfcylinder einer ofcillirenden Compoundmafchine, welche mittelft Zahnräder- Ueberfetzung die Achfen der beiden Kettentrommeln treibt. Neu ift an diefem Schiffe gegenüber den bisherigen Kettenfchiffen, dafs