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Apparate- und Anlagen von Wasserleitungen : (Gruppe XVIII, Section 1) ; Bericht / von C. Frischauf, Obering.
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C. Frifchauf.

Von da durchfchneidet die Leitung das Plateau von Hurepoix in lehmigem Boden in einer Länge von 18.019 Meter. Das Plateau ift ganz eben und fo niedrig, dafs der Aquaeduct auf einer Länge von 11.612 Meter erhöht über dem Boden laufen mufs, theils auf niedrigen, theils auf gewölbten Subftructionen. Das Thal der Efonne, welches das Land von Hurepoix durchſchneidet, ift durch einen Siphon überfetzt.

Wie alle Thäler des Seinebeckens ift das Efonnethal fehr fchlammig. Auf einer Länge von circa 400 Meter mufste daher die doppelte Röhrenleitung des Siphons auf Piloten von einer Länge bis zu 15 Meter gelagert werden. Zwifchen der Efonne und der Orge, bei Courcouronne, geht die Leitung durch einen Sand­hügel in einen Tunnel.

Diefe Strecke der Leitung ift zwar keine der fchwierigften, hat aber wegen der zahlreichen Kunftbauten viele Koften verurfacht. Durch das Thal der Orge geht wieder ein Siphon von 1972 Meter verftreckter Länge und die Leitung bis zur Stadt Paris geht von da an noch 17.196 Meter weit, und zwar:

Tunnels

Offener Einfchnitt

Arcaden und Subftructionen Siphons

Gefammtlänge..

6.104 Meter, 8.215

2.602

275

99

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17.196 Meter.

Zwifchen dem Siphon der Orge und der Bièvre geht die Leitung zuerſt durch die unteren Schichten des miocenen Bodens in den Tunnels der Champagne, geht dann über Lehm und darauf durch einen Tunnel in grüner Lette auf einer Länge von 2.800 Meter. Das Thal der Bièvre wird auf 77 Bogen von 990 Meter Länge überfchritten, welche höher liegen als die Brücke Marie de Medicis. Die letztere erhebt fich 38 Meter hoch über die Thalfohle.

Im Allgemeinen wurde für die Mauerarbeiten das zunächft liegende Material verwendet. Die Mauerarbeiten der gedeckten Strecken wurden bis zur Grenze des kreidigen Bodens in Kreidekiefel mit Cementmörtel ausgeführt. Von da an bis zum Loing verwendete man Betonmauerwerk( Syftem Coignet) mit Flufsfand; von Loing bis zu den Arcaden von Chevannes hatte man nur feinen Sandftein und von der Efonne bis Paris hatte man hauptfächlich groben Sand­ftein. Auch die 1493 Meter der Yonnebrücke find aus diefem vortrefflichen Bruchfteine conftruirt und der Preis desfelben war fo gering, dafs diefe Brücke nur 650.000 Francs koftete. Die Arbeiten des 990 Meter langen Aquaeductes von Arcueil kofteten nicht mehr als 932.000 Francs. Mit dem Material, welches in denfelben Gegenden für die öffentlichen Bauten gewöhnlich verwendet wird, wären die Koften auf das Doppelte gekommen. 12 aloitt

Wenn der Aquaeduct der Vanne im Jahre 1875 vollendet fein wird, wird die Stadt Paris aufser dem oben detaillirten Quantum von 355.000 Cubikmeter noch über 90.000, alfo zufammen täglich 445.000 Cubikmeter Waffer haben, und nach Vollendung des Aquaeductes der Dhuis noch 20.000 Cubikmeter mehr, alfo im Ganzen 465.000 Cubikmeter. Rechnet man für allenfallfige Irrthümer in der Annahme 45.000 Cubikmeter ab, fo bleiben immerhin 420.000 Cubikmeter. Die Bevölkerung von Paris beträgt nach der letzten Zählung vom 31. Decem­ber 1872 1,851.792 Seelen und es trifft fomit auf den Kopf per Tag

420.000

227 Liter,

2810 1,851.792 godinalia?

eine mehr als hinreichende Menge, welche kaum verbraucht werden wird.

Wenn man annimmt, dafs das Waffer, welches für den Hausgebrauch wirklich verwendet wird( nach Erfahrung) ungefähr die Hälfte des ganzen