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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

bläser oder endlich auch hier durch Sandpumpen, welch' letztere continuirliche Fördereinrichtungen aber immer gefährlich sind und in der Summe ihrer Ausflussöffnungen regulirt werden müssen.

Die Urtheile der amerikanischen Ingenieure lauten, wiewohl die Sandausbläser und Sandpumpen beim Baue der Harlemer Brücke der East- River- und der St. Louis- Brücke unter anderen angewendet wurden, für diese directen Ausförderungsarten thatsächlich auch abwehrend, wie dies namentlich der sehr erfahrene Ingenieur Alpine für jene Teufungen thut, wo die Luftzuführungsmaschinen gering­mächtig sind.

Wendet man sich nunmehr den Förderungsarten im Gebiete der comprimirten Luft zu, so gelangt man zu den Fragen der zweck­mässigsten Lösung des Problemes des geringsten Luftverlustes beim Ausschleussen des Materiales.

Dieses Problem wird sehr verschiedenartig gelöst, wiewohl diese Lösung immer auf dem Grundgedanken beruht, Reserveräume für das aufgeholte Material zu schaffen.

Ausgehend von der primitivsten Anordnung des Material­schleussenraumes, wie sie beim Baue der Brücken zu Szegedin und Kovno angewendet wurde, haben hervorragende Lösungen auf dem Gebiete der Materialausschleussung geliefert: Castor beim Baue der Argenteuiler Brücke( zwei halbringförmige Kammern) und beim Baue der Etschbrücke nächst Rovigo( zwei Kammeranbaue); ferner Schmoll und Gaertner bei ihren diversen pneumatischen Fundirungen ( zwei Kammeranbaue mit von aussen aufziehbarem Boden); des Weiteren der französische Ingenieur E. Gouin beim Baue der Nantesbrücke und nach ihm die niederländischen Ingenieure beim Baue der Rotterdamer Brücke( absperrbare Materialrutsche); die dänischen Ingenieure beim Baue der Knippelbrooer Brücke( zwei kreisabschnittförmige Kammern mit Auswurföffnungen nach oben); die deutschen Ingenieure beim Baue der Hämertner und der Dömitzer Brücke( einfacher, ringförmiger Barrièrenraum mit Klappenöffnung); die französischen Ingenieure bei der Vichybrücke( Eimerförderung mit luftdichter Schieberkastenschleussung); und K. Favre zu Kov­row mit seinem Projecte einer drehbaren Tabernakelausschleus­sung der Eimer.