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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

Aquäductes( zwischen 455-526) und der Werke von Ravenna und Verona als unvergängliche Eindrücke herübernahm in seines spätern Lebens Wirken, so sich auch durch die Aufnahme der Bautechnik kennzeichnete. Und diese Klosterbrüder St. Benedicts, diese geistige Macht, welche vor der Reformation an 1600 Klosterstätten zählte und ( nach Fessler) während der 13 Jahrhunderte ihres Bestehens an 15.700 Schriftsteller gezeugt hat; diese Mönche, welche zwischen dem Main und der Donau, dem Rhein und der Elbe und im Norden des Har­zes die Wälder lichteten und in Gunst standen bei Karl dem Grossen und welche die Civilisation der Völker förderten; diese Brüder wer­den auch sicher die geistige Verbindungsbrücke geschlagen haben, als die oben genannte geschichtliche Periode des Stillstandes im Brückenbaue sich zu Ende neigte und zur Zeit Lothars von Süpplin­burg nach den alten Chroniken der erste grosse Brückenbau 1119 zu Dresden über die Elbe zu errichten begonnen wurde. Der Schwiegersohn und Erbe Kaiser Lothars, Heinrich der Stolze ( 1125+ 1139), Regent in Bayern und Sachsen, führte diesen ersten Dresdener Brückenbau( der jedoch erst circa 1260 vollendet wurde) nicht allein fort, sondern dieser Fürst, der durch seinen Muth dem Faustrechte entgegenstritt und inmitten des Kriegsgetümmels seinen Landen auch Perioden der Ruhe schuf und Handel und Wandel för­derte, ist es auch, welcher dem Wegebaue neue Sorgfalt dadurch widmete, dass er 1135 die Brücke zu Regensburg über die Donau( 1135-1146) zu bauen begann und also mit diesen beiden wichtigen Bauwerken, unter denen jedoch das Regensburger das erste vollendete, also das ältere ist, wieder die Zeit besserer Com­municationen eröffnete. Da nun unterdess 1133 die alte Würzburger ( 1342 wieder eingestürzte) Brücke begonnen wurde, so erschienen die 1171 begonnene alte( ebenfalls 1342 wieder eingestürzte) Prager Brücke, dann die 1176 begonnene, im Spitzbogenstyle erbaute alte Themsebrücke in London, und der 1177 begonnene Ponte vecchio" zu Florenz als die nächst älteren Werke.

Wenn auch der Nachweis nicht geführt werden kann, dass die Benedictiner überall beim Baue dieser Brücken werkthätig waren, so ist es doch anderseits erwiesen, dass das nächste grosse, das siebente europäische Brückenwerk, nämlich die 1178 begonnene Rhônebrücke zu Avignon wenigstens mittelbar jenen Kloster­