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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

der Landungsbrücken rühmlichst bekannte Name Tolle von zwei Brüdern getragen wird, nämlich von dem Erbauer der vorstehend beschriebenen Brücke, dem Bauinspector A. Tolle zu Norden, wel­cher auch der Verfasser des Aufsatzes über die Schutzwerke auf Norderney( ,, Zeitschrift des Hannoveranischen Architekten- und Inge­nieurvereines") ist, und von dem Bauinspector H. Tolle zu Grohn bei Vegesak, welcher bereits 1848 die Harburger Landungsbrücke erbaut und den Aufsatz vom Jahre 1853 in der vorhin genannten Zeitschrift verfasst hat.

S. 4. Eiserne Röhrenpfeiler.

Der Ersatz der eisernen Joche durch eiserne Röhrenpfeiler, welche zumeist aus nur zwei einzelnen Röhren bestehen, ist durch die grössere Stabilität und durch die leichtere Fundirung, geschehe letztere nun in Form von Senkschächten oder in Form pneumatischer Versenkung, begründet. Namentlich ist die Herstellung solcher eiserner Röhrenpfeiler dort beliebt, wo es sich um tiefe und rasch herzustellende Gründungen, um Schonung des Durchflussprofiles und um Vermeidung theuerer, und schwer erzielbarer Maurerarbeit handelt.

Gehoben wird die Häufigkeit der Anwendung eiserner Röhren­pfeiler auch durch das etwaige Vorkommen günstiger klimatischer Verhältnisse, denen eine Eisbildung, welche den Röhrenpfeilern schädlich ist, ferne steht.

Wir haben schon früher in der Geschichte der Fundirungs­arbeiten darauf hingewiesen, wie die Entstehung der eisernen Röhren­pfeiler durch die Senkarbeit und durch die Erfindung der pneumati­schen Gründung hervorgerufen wurde, und schon früher einige der zahlreichen Brücken genannt, welche die Geschichte dieser Methode des Pfeilerbaues eingeleitet haben. Hier sei nur recapitulirt, dass es vornehmlich die Bauten der in der folgenden Tabelle verzeich­neten Brücken waren, welche die geschichtliche Entwickelung des Baues eiserner Röhrenpfeiler erkennen lassen.