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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 2 / Bericht von Franz Rziha
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Brückenbau.

träger wird durch einen 375 Meter hohen Pfeiler in 2 Spannweiten à 49.125 Meter getheilt. Die Maximalhöhe der Brücke beträgt 440 Meter, die Pfeilerconstruction ist die 3.5 Meter frühere. Der Pfeiler, welcher in seiner oberen Schnitt­fläche lang ist, verbreitert sich am Fusse durch die Ver­strebung gegen den Wind auf 12. Meter.

c) Der Viaduct bei Rouzat über die Sioule liegt eben­falls in der Linie von Commentry nach Gannat und in einer Steigung von 12 pro Mille. An seinem Anfange befindet sich ein 15 Meter langer Durchlass, welcher die Auffahrt trägt; die ganze Brückenlänge misst 180 Meter und verbleibt für den continuirlichen Träger( einfachen Systemes mit Verticalen, wie bei Neuvial) eine Länge von 1620 Meter, welche in Auflagerlängen von 55 125 Meter, 57.750 Meter, und 49.125 Meter getheilt ist und durch zwei eiserne Pfeiler getragen wird, von denen der eine 475 Meter und der andere 40.0 Meter hoch. Die weitere Dimensionirung dieser Pfeiler ist aus der früheren Tabelle zu ersehen, und beträgt die untere Pfeiler­länge in Folge der Windverstrebung bei dem kleineren Pfeiler 17.25 Meter, bei dem grossen 17 Meter. Der letztere Pfeiler steht im Flussbette der Sioule, und schneidet seine Sockelhöhe, welche 5.64 Meter über Nullwasser liegt, mit der Hochwassermarke vom 24. September 1866 ab. Dieser Fluss­pfeiler ist durch eine Flusscorrection des linken Ufers ge­schützt, während der Pfeiler auf dem rechten Ufer durch Uferpflasterung gesichert erscheint.

Diese 3 Bauwerke, sowie jenes von Bouble, haben, wie wir schon erwähnten, dem Gebiete des eisernen Pfeilerbaues eine neue Richtung abgenommen, welche sich, abgesehen von der angewendeten Windverstrebung, durch wesentliche Vereinfachung kennzeichnet.

Thatsächlich hat sich auch durch diese Vereinfachung, welche ein unbestrittenes Verdienst v. Nördling's ist, und welche durch die Wahl eines gemeinsamen Schnittpunktes des Ständerwerkes auch den architektonischen Theil des eisernen Pfeilerbaues wesentlich ge­fördert hat, der Bau gänzlich eiserner Viaducte, deren erste Theorie überhaupt durch Nördling veröffentlicht wurde, wesentlich vermehrt, und glauben wir insbesondere durch die obigen tabellarischen Zu­