IV. Eiserne Brücken.
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Momente, zunächst durch die Vorbilder ihrer hölzernen Brücken, die ja schon seit Howe theoretisch durchgearbeitet waren, geleitet. Es entstanden dadurch die Systeme Jones, Rieder, Post, Linville, Whipple, Pratt und die Varianten des Systemes Warren, Constructionen, die wir schon früher kennen gelernt haben und welche sich alle dadurch kennzeichnen, Nieten womöglich zu vermeiden, Bolzen einzuführen, Gusseisen ausgedehnt zu Druckstreben und Druckgurten und Schmiedeisen zu Zugbändern zu verwenden, die dabei immer generell die Parallelität der Ober- und Untergurte festhielten.
Bei diesem Streben verschlossen sich die amerikanischen Ingenieure keineswegs den Errungenschaften Europas, wie dies ja zahlreiche Werke europäischer Constructionen in Amerika beweisen, wobei wir an den Gebrauch von gusseisernen Bogenbrücken in verflossenen Decennien und unter den neueren Werken nur an die Gitterbrücke über den Connecticut( sieben Oeffnungen à 54.0 Meter) und an die Bogenbrücke zu St. Louis über den Mississippi erinnern.
Die oben erwähnten zwei Momente, in Europa nicht so grell geltend, also hier durch ihre Abwesenheit amerikanische Copien und Varianten zu Falle bringend, behaupteten in der theilweise unwirthlichen, spärlich bewohnten und von den Gewerken entlegenen Gegenden Amerikas, das ja so riesige Fortschritte in den Entwickelung seines Eisenbahnnetzes macht, selbst dann die Oberhand, als die Erfahrung zum Ergreifen einfacherer Formen führte, Formen, welche wir heute durch die herrschenden Systeme von Bollmann und von Fink repräsentirt sehen. HoN
Diese beiden Systeme wurden und werden heute noch von den europäischen Ingenieuren überall nicht wohlwollend beurtheilt; ihr Durchgriff ist jedoch jenseits des Oceans eine Thatsache, und wir meinen, dass sie im Hinweise auf die obigen Momente ihres Werdens, auch ihre locale Berechtigung haben. Es wird dies besonders dann zugegeben werden müssen, wenn wir in Europa erwägen, wie gewaltig bei uns der Factor der Gewohnheit ist; wie wir, durchdrungen von den Errungenschaften unserer theoretischen Betrachtungen, gerne scheu vor Gegensätzen stehen bleiben; wie wir bei den Amerikanern durchaus nicht mehr einen Mangel in ihren theoretischen Kenntnissen voraussetzen dürfen; wenn wir ferner erwägen, dass die Amerikaner nach den Mittheilungen von Ch. Bender und