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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 3 / Bericht von Franz Rziha
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I. Der Geleisebau.

II. Capitel.

Schienengeleise mit steinernen Unterlagen.

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Die steinernen Unterlagen wurden bekanntlich gleich im Ent­stehen der Eisenbahnen angewendet; es fand dies vornehmlich in England und in Oesterreich, in letzterem Lande auf der Linz- Bud­weiser Pferdebahn, statt. Seit dieser Zeit sind die Bemühungen, den Schienen steinerne Unterlagen zu geben, niemals erloschen, und sind in dieser Richtung die Bestrebungen von Dr. A. L. Crelle, wel­cher im Jahre 1837, erläutert durch Zeichnungen, die Anwendung durchlaufender Steinfundamente unter den Schienensträngen vor­schlug, dann jene Versuche und Anlagen zu nennen, welche in älterer Zeit schon auf der Nürnberg- Fürther und der Taunusbahn, später in Bayern, Baden, Württemberg und Braunschweig mit diesem Mate­riale gemacht wurden.

Im Jahre 1868 hatten die Linien der deutschen Eisenbahnver­waltungen schon 80 Meilen( einspurige) Steinwürfelbahnen; indess sind die Steinwürfelbahnen zu keiner allgemeinen Anerkennung gelangt, weil an vielen Orten der Preis ein zu grosser und ein zu solchem Zwecke völlig geeigneter, fester Stein nicht überall zu haben ist, weil die Bettung hochgeschüttet werden muss, der Würfel­bau sich auf Dämmen und Neuanlagen wenig bewährt, in vielen Fällen der Beobachtung über Schwierigkeiten des Stopfens, auch über hartes geräuschvolles Fahren geklagt wird, auch sich öfters Miss­stände bezüglich der Spurhaltung ergeben und weil viele Steinsorten durch den entlang der Dübel eindringenden Frost zerstört werden. Indess Bayern, welches gegenwärtig circa 70 Meilen( einspu­rig) Würfelbahn besitzt, sowie die Taunusbahn äussern sich noch immer vortheilhaft über ihre Steinwürfelstrecken.

Die letztere Bahn hat im Geschäftsberichte vom Jahre 1870 über die Vergleichsstrecken zwischen Höchst und Hattersheim, betreffend 4., Kilometer Stein- und 1.3 Kilometer Schwellenoberbau berichtet, dass die gesammten Unterhaltungs- und Erneuerungs­kosten im Zeitraume 1865 bis inclusive 1870 pro Jahr und pro Kilo­meter betragen haben:

beim Steinfundamente

beim Schwellenfundamente.

66 fl. 38 kr. .. 210 fl. 5 kr.