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Eisenbahn-Unter- und Oberbau : (Gruppe XVIII, Section 2) : 3 / Bericht von Franz Rziha
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Oberbau.

diesem Niederdrucke des Pedalhebels kein weiteres Hebelspiel, sondern nur eine Vorrichtung an, durch welche die Zunge nach dem Gesetze der schiefen Ebene zur Seite gepresst, also die eine oder die andere Fahrstrasse dann vollkommen frei gemacht und eine Ent­gleisung verhindert wird, wenn die Weiche zufällig nicht zur Gänze gestellt sein sollte. Von der Schienenzunge springt nämlich ein mit derselben fest verbundenes und gut geführtes Flacheisen recht­winkelig unter der Schiene zur Seite; am anderen Ende dieses Eisens befindet sich ein dachförmig gestalteter Aufsatz; der Pedalhebel hat ebenfalls einen zur Seite liegenden Vorsprung, welcher in um­gekehrter Weise dachförmig, respective keilförmig gestaltet ist. Steht die Weiche genau halb, so stehen die beiderseitigen Spitzen dieser Keile genau über einander und der Pedalhebel am höchsten über der Schiene, also auf seinem todten Punkte. Man kann jedoch aus naheliegenden Gründen nicht annehmen, dass diese Stellung eine so genaue, mathematische sei, welche ein Niedergehen des Pedalhebels durch darüberfahrendes Betriebsmateriale ver­hindern würde; der Keil am Pedalhebel wird dann durch sein Niederpressen den Keil am Zungenstücke zur Seite schieben; die Maschine stellt also den Wechsel fest und verhindert demnach eine Entgleisung. Selbstverständlich sind beide Weichenzungen durch Spurbolzen schon zum Zwecke der Umstellung vom Bocke aus verbunden.

Nach den Angaben, welche J. v. Ott aus Furth a. W. im März 1873 gemacht hat, wird diese Sicherheitsvorrichtung, welche in Curven stets an dem convexen Strange anzubringen ist, sehr gerühmt und ihre Sicherheit auch im Winter hervorgehoben, weil Schnee und Eis zur Zerquetschung gelangt.

9. Sicherheit swechsel von Ströher. Dieser Construc­teur hat einen, bereits am Wiener Centralbahnhofe der Staatsbahn commissionell geprüften Sicherheitsapparat durch ein sehr schönes Modell und durch einen beigegebenen Text zur Anschauung gebracht, dessen Construction durch Figur 311 schematisch erläutert ist. J. Ströher wendet sogenannte stumpfe Weichen an. Fährt die Maschine aus dem Wechsel in der Richtung von N nach M auf das einfache Geleise heraus, und wäre der Wechsel nicht gut gestellt, so zwängt sich der Spurkranz zwischen die Zunge und die Fahr­