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Das Bauernhaus mit seiner Einrichtung und seinem Geräthe : (Gruppe XX) ; Bericht / von K. J. Schröer
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Das Bauernhaus mit feiner Einrichtung und feinem Geräthe.

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Ihre Sprache, fonft im Allgemeinen der Gründener Sprache nahe verwandt, nähert fich um einen Schritt noch mehr als diefe der deutfch- lombardifchen Sprache, wie fie noch in den VII comuni Italiens und in Gottfchee gefprochen wird. Sie ver­wandeln z. B. nicht nur die anlautenden W in B, wie jene Deutfch- Lombarden, fondern auch wie fie die anlautenden F in W( letzteres nicht in allen Orten), z. B. wäuer Feuer. Diefe, von den ungrifchen Bergftädten( aufserhalb der Zips) aus colonifirten Märkte und Dörfer heifsen mit einem gemeinſamen Namen Häu­dörfer, ihre Bewohner Häudörfler, auch Krickerhäuer, von dem bekann­teften diefer Orte, der Stadt Krickerhäu, zum Theil auch Handerburzen, von dem Handel mit Wurzen und Kräutern, der befonders in dem Orte Münichwies( flovakifch Vritzko genannt) getrieben wird.

Häu bedeutet foviel als Rodung, Aushau, und wird in Urkunden mit silvæ extirpatio, Waldausrodung überfetzt. Die meiften der Häudörfer find ange­legt in unwirthlichen, felfigen Urwäldern, die den Slovaken, die das flache Land fchon feit Jahrhunderten innehatten, unbewohnbar fchienen.

Wir haben nun über die Gründung einiger diefer Häudörfer urkundliche Nachrichten. In einer Urkunde des Kremnitzer Stadtarchives findet fich, dafs diefe Bergftadt, die jetzt noch ganz deutfch ift und in der auch der Häudörfler Dialekt gefprochen wird, im Jahre 1360 einem gewiffen Herrn Glafer, dem Sohne Ger­hard's, eine waldige Befitzung verliehen habe. Diefe Befitzung habe er zu bevöl­kern und er und feine Nachkommen haben das Erb- Schulzenamt dafelbft( popu­landa silvosa possessio scultetia hereditaria). Diefe Befitzung heifst von nun an in den Urkunden Glafirshaw, Glozerhaw und Glafferhaw. Sie heifst heute noch bei den deutfchen Bewohnern Glaferhäu( ausgefprochen Glôferhâ) und fteht unter der Herrfchaft der Stadt Kremnitz. Auf den Landkarten und in geographifchen Handbüchern wird der Ort Skleno genannt. So überfetzen näm­lich die Slovaken irrthümlich den Namen, als ob derfelbe einen Ort von Glafe bezeichnete, indem Glafer doch nur der Familienname des Gründers ift. So wurde fchon 1342 Kunefchhäu bei Kremnitz gegründet, das in Urkunden Kunushaw heifst. Im Jahre 1364 gründete ein fcultetus Kricker: Krickerhäu, und fo mögen denn auch um jene Zeit die übrigen Häudörfer entftanden fein, wie: Neuhäu( ung. Uj Lehota), Prochetzhäu( Prochot), Trexelhäu( Jano- Lehota), Hanneshäu( in Urkunden Hanushaw, fonft Lúcska), Käferhäu( Jaszenove), Breftenhäu( Briesztya), Benefchhäu ( Maizel), Schmidshäu( Tuffina). Noch heute nennen die Häudorfler eine Niederlaffung im Walde ein Häu. So fand ich eine folche bei Schmidshäu, die allgemein Mechls( Michels Häu) genannt wurde.

Aber auch die anderen deutfchen Orte diefer Gegenden der Honter, Barfcher, Thuróczer und Neutraer Gefpanfchaft, die zum Theil weder durch ihre Lage, noch durch ihre Namen als Häue zu bezeichnen find, werden unter dem Namen der Häudörfer mitbegriffen, fprechen mit geringen Veränderungen diefelbe Mundart und werden wohl auch, wie die übrigen, gröfstentheils im XIV. Jahrhunderte entstanden fein.

Es ift bemerkenswerth, dafs auch das deutfche Ländchen Gottfchee in Krain, wie ich in meiner Schrift Wörterbuch der Mundart von Gottfchee, Wien 1870, nachgewiefen habe, um 1360 bevölkert wurde. Es liegt ebenfalls in felfigen Urwäldern, die von den Slovenen für unbewohnbar gehalten wurden.

Eine Sage, die fich auf die Anfiedlung der Häudörfler bezieht, die in Sze­gedy's rubricae juris hungarici, Tirnau 1734, II. pagina 96 mitgetheilt ift, widerlegt fich aus dem Obigen von felbft. Nach derfelben hätte Carl V. nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 feinem Bruder Ferdinand eine Zahl kriegsgefangener Sachfen zugefandt, von denen die Häudörfler herftammen follen. Wie wir fahen, find diefe Anfiedlungen viel älter. Einzelne datiren fogar aus noch früherer Zeit, z. B. Deutfch- Pilfen, ein Marktflecken, magyarifch Börzsöny, der urkundlich mit dem Namen Berfen fchon 1227 genannt wird. Fejér cod. dipl. Hung. III. 2, 106 und