Dokument 
Das Bauernhaus mit seiner Einrichtung und seinem Geräthe : (Gruppe XX) ; Bericht / von K. J. Schröer
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen

233

20

Dr. K. J. Schröer.

Deutfch- Praben, das vielleicht um 1275 entftand, als die terra Prouna dem Grafen von Rechk verliehen wurde. Fejér cod. dipl. Hung. V. 2, 307.

Sämmtliche, Häudörfer", wir müffen uns diefes Namens in Ermanglung eines befferen bedienen, unter denen manche Marktflecken find und nicht Dorf, fondern Stadt genannt werden, zählen eine Bevölkerung von etwa 35.000 Seelen, wobei die Bewohner der Bergftädte nicht mitgezählt find. Sie find folgende: In der Honter Gefpannfchaft: Lorenzen( Vámos- Mikola) und Deutfch- Pilfen ( Börzsöny); in der Barfcher Gefpannfchaft: Paulifch( Pila), Hochwies( Welko Pole), Prochetz häu( Prochot), Trexelhäu( Jano- Lehota), Neuhäu( Uj­Lehota), Deutfch- Litte( Kaproncza), Hanneshäu( Lúcska), Perg, Kunes­häu, Blofufs; in der Thuróczer Gefpannfchaft: Ober- und Unter- Turz ( Felfő és Alfó Turcsek), Glaferhäu( Skleno), Alt- und Neu- Stuben( Stub­nya), Käferhäu( Jaszenove), Hedwig( Hadviga), Windifch- Praben( Tót­Próna), Breftenhäu( Briesztya), Münich wies( Vriczko); in der Neutraer Gefpannfchaft: Andreasdorf( Koss. Bel notit. Hung. IV, 445 nennt es noch ganz deutfch; jetzt follen nur mehr die alten Leute dafelbft deutfch fprechen), Krickerhäu( Handlova), die Zeche( Czach), Deutfch- Praben( Németh­Próna), Betelsdorf( Szolka), Benefchhäu( Maizel), Schmidshäu( Tuffina), Geidel( Gajdel), Fundftollen( Chvojnicze). Zufammen 31 Ortſchaften.

Ihre Lage ift näher erfichtlich aus der Karte, die in meiner Schrift: Dar­ftellung der deutfchen Mundarten des ungrifchen Berglandes, Wien 1864, ent­halten ift.

Das Geidler Haus und feine Bewohner. Das Haus, das auf der Wiener Weltausftellung 1873 ausgeftellt und als ein Haus aus Geidel bezeichnet war, ift auf Koften der Handels- und Gewerbekammer des Presburger Diftrictes in der genannten Ortſchaft von Eingebornen in üblicher Weife gezimmert und auf dem Weltausftellungs- Platze von dem Häudörfler Andreas Steinhübel, fefshaft in Schmidshäu( in Geidel felbft wollte fich keiner entfchliefsen zur Weltausftellung zu kommen), aufgeftellt worden.

Den Familiennamen Steinhübel fand ich in einer Matrikel vom Jahre 1635 zu Deutfch- Praben und vom Jahre 1819 zu Kuneschäu, 1858 in Schemnitz, Oberftuben, Geidel und Schmidshäu. Wir fehen daraus, dafs wir einen Repräsentanten einer verbreiteten Häudörfler Familie vor uns hatten, zugleich auch, wie diefe Häudörfler unter einander und die Bergftädte mit ihnen( Schemnitz) verfchwägert find. Steinhübel war hier mit feinem Weibe Eleonore, geborne Grofs, und mit beider kleinem dreijährigen Söhnchen Honnes, auch Hanfel genannt. Der Familiennamé Grofs, freilich auch fonft nicht felten, ift im ungri­fchen Berglande häufig. Ich finde ihn im Jahre 1497 in Kafchau, 1528 in Kremnitz, 1627 in Käsmark, 1643 in Krickerhäu, Kuneschhäu, 1730 bis 1785 in Lorenzen und 1858 in Geidel, Glaferhäu, Unterturz, Schmids häu, Oberftuben, Trexelhäu, Zeche. Alfo fehlt es auch ihr nicht an Ver wandtfchaft, die fich über das ganze Gebiet, bis in die Zips hinein, zu er ftrecken fcheint.

Das Haus erfchien wohl fehr einfach, fo hineingeftellt wie es dafteht, mitten in die Ausftellung der hervorragendften Leiftungen des Gewerbfleifses und der Kunft, zu der die gefammte Menfchheit wetteifernd beigefteuert.

Dennoch ftellte es etwas dar, was ganz einzig in feiner Art ift. Es zeigt uns den Deutfchen, deffen Kühnheit, Arbeitskraft und geiftige Begabung auch an deutfchen Hinterwäldlern Amerikas bewundert wird, etwa auf der Stufe der Durchschnittsbildung des XIV. Jahrhundertes ftehen geblieben, als Hinterwäldler

Ungarns!

Auf felfigem, zerklüftetem Boden, im Urwalde, wo kein anderes Volk auf zukommen wagte, haben fie ihre Hütten gebaut und ihr Leben eingerichtet, fo dafs fie, ganz auf fich angewiefen, Alles mit eigenen Händen bereiten. Das Haus,