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Kirchliche Kunst : (Gruppe XXIII) ; Bericht / von Hans Petschnig
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Kirchliche Kunft.

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kirchlichem Gebiete gehören, denn es iſt nicht anzunehmen, dafs die ftarke Strömung, welche die Architektur in diefer Richtung genommen hat, fich nicht auch auf die kirchlichen Gebäude und die kirchliche Kunftinduftrie erftrecken follte. Verfolgt die Architektur diefe neue Bahn, fo folgt ihr das Kunstgewerbe ficher bald nach, da die ftiliftifche Durchführung des Mobiliars und der Geräth­fchaften bis auf die Stoffe etc. zur Ausfchmückung immer vom Architekten ausgehen und von ihm geleitet werden.

Leichter wird es übrigens gewifs fein, das Kunft- Handwerk und die Kunft­induftrie in die uns näher ftehende Renaiffance zu leiten, als es war, diefelbe aus der verzopften Rococcotradition in die ftrenge Stiliftik des Mittelalters herüber zu führen.

Nur zögernd und fogar widerwillig folgte das Kunft- Handwerk den Anforde­rungen der Architektur auf ein ihm ganz fremdes Gebiet, und diefes fchwer und langfam erlangte Verſtändnifs dürfte, wie gefagt, wenn die Strömung der moder­nen Renaiffance anhält, was nach Allem zu vermuthen ift, bald einer neuen Rich­tung weichen.