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3.
Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.
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zeigt in der Mitte den fitzenden Chriftus, die Füfse auf den in einem Kranze befindlichen Bogen geftützt, in der Linken das Buch, die Rechte wie fegnend ausgeftreckt gegen ein Kirchenmodell, welches eine zur Seite ftehende kleinere Figur in der Hand hält. Ein Heiliger führt diefen Donator vorwärts und nimmt ihn dabei gleichfam in Schutz; an der anderen Seite fteht Petrus mit den fein Monogramm bildenden Schlüffeln und noch zwei Heilige. Die andere Elfenbeintafel zeigt die Darftellung des Todes Mariens. Maria liegt umgeben von fämmtlichen Apofteln auf einem hohen Bette, Petrus fteht am Kopfende desfelben und fchwingt das Rauchfafs. Gegen die Mitte des Bettes zu fteht Chriftus, mit beiden Händen die Seele Mariens in Geftalt eines Wickelkindes emporhaltend. Ueber der ganzen Gruppe fchweben zwei Engel, wovon der eine einen Schleier und der andere gleichfalls eine Kindesgeftalt, ähnlich der früheren, in den Armen hält und wie aus den Händen Chrifti erhalten in den Himmel trägt; die dreizehnte Figur zu Füfsen Mariens könnte, da fie nicht nimbirt ift, möglicherweife jenen Ifraeliten darftellen, von dem die Legende erzählt, dafs er freventlich den Leichnam berührte und die Hände davon nicht mehr wegbrachte. Mit Rückficht auf die kurz gedrungenen Formen der Figuren, auf deren Bekleidung und Gefichtstypus, endlich auf das Fefthalten der Körperbewegungen an gewiffen conventionellen Formen läfst fich annehmen, dafs diefes Schnitzwerk im Beginne des XIII. Jahrhundertes entſtanden ift.
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Als einen fehr hervorragenden Gegenftand müffen wir die reizende Figurengruppe aus Elfenbein bezeichnen, die das Stift Zwettel in Niederöfterreich ausftellte. Die urfprünglich, wenigftens nicht in der gegenwärtigen Anordnung zufammengehörigen Figuren foll Abt Bohuslav( 1248 bis 1258) von feinen Reifen nach Citeaux mitgebracht haben. Sie werden für ein Gefchenk König Ludwig XI., der oft den Generalcapiteln der Ciftercienfer beiwohnte, gehalten Auf einem Poftamente fteht Maria( das Figürchen einen Schuh hoch), auf dem Arme das ganz bekleidete Kind, welches feinen rechten Arm um ihren Hals fchlingt; fie blickt es freundlich an, und zeigt ein Spielzeug, das fie in der rechten Hand hält. Daneben die Verkündigung in drei Zoll hohen Figürchen, Maria, eine feine, liebliche Geftalt, der Engel ohne Flügel, die rechte Hand in eigenthümlicher Haltung gegen Maria ausgeftreckt, ferner ein Mann, vorwärts fchreitend, in der rechten eine Krone ( vielleicht einer der drei Könige), endlich unten vier kleine Halbfiguren von freundlichem Gefichtsausdrucke, Kronen auf den Händen tragend, möglicherweife die quatuor coronati. Diefe Figürchen fcheinen Beftandtheile eines gröfseren Reliquienkäftchens oder eines Schreines gewefen zu fein. Haare und Verzierungen find vergoldet, Augen, Wangen, Lippen, fo wie das Futter der Gewänder find leicht bemalt. Die Köpfe erhalten einen eigenthümlichen Ausdruck durch den lächelnden Mund mit hinaufgezogenen Winkeln und durch die fchmal gefchlitzten Augen. Diefs, fo wie die leicht gefchwungene Haltung, die mageren Hände mit eckiger Bewegung, die etwas verkürzten Figuren, die feinen Falten der Gewandungen bezeichnen die Kunftrichtung der Mitte des XIII. Jahrhundertes, wo bei lebendiger Empfindung und Streben nach Charakteriſtik eine gewiffe gefuchte Zierlichkeit die Stelle der Anmuth vertritt.
Von Bifchofsftäben der romanifchen Stilperiode waren zahlreiche und werthvolle Exemplare ausgeftellt. Zwei davon werden wir fpäter gelegentlich der mit Emailfchmuck ausgeftatteten Gegenftände diefer Kunftperiode erwähnen. Fünf haben wir hier zu befprechen, da fie aus Elfenbein angefertigt find.
Der Stab, eines der wefentlichen Abzeichen der bifchöflichen und Abtenwürde, foll die Fülle der Macht derfelben, die dem Bifchofe oder Abte anvertraute kirchliche Kraft, deffen geiftliche Gewalt anzeigen. Seit welcher Zeit der Gebrauch des Stabes befteht, läfst fich nicht genau beftimmen, doch ift derfelbe ficherlich über das XI. Jahrhundert hinauszufchieben.
Der ältefte der ausgeftellten Stäbe, und zwar von einer nur bis ins XI. Jahrhundert üblichen Form des oberen Abfchluffes, ift der im Benedictiner