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Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.
17 Drachen, deren Flügel in die angrenzenden Flächen eingravirt und emaillirt find. In jedem der drei Felder ift ein Medaillon angebracht, darin in prachtvollen Emailfarben, das Schreiben des T"," die Erhöhung der ehernen Schlange" und Samfon trägt die Thorflügel von Gaza" dargestellt ift. Die Scheibe hat 28 Centimeter im Durchmeffer, ift von einem breiten Rande umfchloffen und durch gekreuzte Stäbe in vier Felder getheilt, welche in durchbrochener Weife figurale und ornamentale Geftaltungen aus ftarkem, vergoldetem Kupfer getrieben zeigen, als: das Grab Chrifti, die Himmelfahrt, den fymbolifchen Löwen und den zur Sonne auffliegenden Adler. Diefe Darftellungen find mit entsprechenden Beifchriften verfehen. Leider ift die Scheibe nicht mehr vollständig, denn ohne Zweifel dürfte auf dem jetzigen Rand ein Zierrand aufgelegt gewefen fein, der mit Steinen gefchmückt war. Die Beftimmung diefes in das Ende des XII. oder beginnenden XIII. Jahrhundertes gehörigen Geräthes ift nicht mehr klar zu erkennen, doch ift es wahrfcheinlich, dafs fie die Faffung für eine Reliquie des heiligen Kreuzes gebildet haben mag.
Vorzügliche Beiſpiele der Emailkunft find auch die fünf Reliquienkäftchen in Formen von Häuschen mit fchiefer Bedachung, die aus Holz angefertigt, mit reich emaillirten Kupferplatten und theilweife in Relief aufgelegten Figürchen oder doch einzelnen Theilen derfelben belegt find. Die Reliefs find aus Meffing angefertigt und vergoldet, die Emails zeigen auf blauem Grunde buntfärbiges Rankenwerk als Belebung der Flächen. Die Darftellungen variiren nur wenig, wir fehen Chriftus als Weltenrichter oder am Kreuze. daneben Maria und Johannes, die vier Evangeliftenfymbole, Engel im Bruftbilde, bisweilen die Perfonificirung des Chriftenthums und des Judenthums, u. f. w. Zwei diefer aus dem XII. oder beginnenden XIII. Jahrhunderte ftammenden Schreinchen find mit durchbrochenem Firftkamme gefchmückt. Drei gehören dem Stifte Klofterneuburg, je eines dem Prager Domfchatze und dem Stifte Kremsmünfter.
Das Stift Vorau in Steiermark ftellte auch ein Reliquiengefäfs aus, doch hat dasfelbe nicht mehr die urfprüngliche Form, nur die Metallplatten der Aufsenbekleidung blieben erhalten, die in neuefter Zeit zu einem höchft gefchmacklofen Käftchen, ähnlich einer Rauchtabacks- Dofe zufammengeftellt wurden. Die Platten find von vergoldetem Kupfer, und mit herrlichen Emails champlevés gefchmückt. Eines kleinen Reliquienkäftchens ift hier zu erwähnen, das der reichhaltigen und vieles Intereffante bergenden Sammlung des Carl Ritter v. Pichler in Graz angehört. Es hat ebenfalls die Häuschenform, ift mit Stéinen und emaillirten Halbfiguren, deren Körper mumienartig eingewickelt und am unteren Ende wie abgefchnitten dargestellt find, béfetzt, und mit durchbrochener Gallerie gefchmückt. Die Rückfeite dürfte in neuerer Zeit hinzugefügt worden fein. Beide Reliquiare gehören dem XII. Jahrhunderte an.
Das Stift Lambach und Gundacker Graf Wurmbrand ftellten je ein kupfernes emaillirtes Weihrauch- Schiffchen aus, das im XIII. Jahrhundert entftanden fein mag. Die Broncefchüffel aus dem Stifte Tepl, der Tradition nach, in dem Grabe der Hroznata gefunden, ift ganz mit Emails überzogen; die Mitte bildet ein Kreis, darinnen ein dreieckiger Schild mit Lilien, um den Kreis eine breite Bordure mit fechs Bogenfeldern, drinnen je zwei Figuren; die Verzierungen find emaillirt, die Technik und die künftlerifche Ausführung weifen diefe Schüffel als ein Werk der Schule von Limoges in das XIII. oder XIV. Jahrhundert. Wir kommen nun zu dem bedeutendften, zum hervorragendften Gegenftand ganzen Amateursausftellung. Es ift das grofse, weit berühmte Altarwerk aus Klofterneuburg, bekannt unter der Bezeichnung der Verduner Altar". Es befteht aus 51 Tafeln mit fehr intereffanten Darftellungen, ausgeführt auf vergoldetem Kupfer in Email champlevé. Die Darftellungen gruppiren fich in drei Horizontalreihen, von denen die mittleren 17 Bilder von Begebenheiten aus dem Leben Chrifti( sub gratia), die obere die typologifchen Vorbilder derfelben aus dem alten Teftamente vor der Gefetzgebung Mofis( ante legem) und die untere jene nach
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