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Objecte der Kunst und Gewerbe früherer Zeiten : (Exposition des Amateurs ; Gruppe XXIV) ; Bericht / von Carl Lind
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Objecte der Kunft und Gewerbe früherer Zeiten.

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feldes fehen wir den Kampf eines Nilpferdes mit einem Krokodil, rings herum Vögel und Laubverzierung. Beide Gegenftände, von denen jedoch der letztere weniger egyptifchen Charakter an fich trägt, werden von Sachverständigen in die Zeit der Ptolemäer gefetzt. Franz v. Pulsky ftellte drei Broncen( zwei Katzen mit eingelegten Augen, und eine fitzende Gottheit), H. v. Mailath einen grofsen Scara­

bæus aus.

Affirifche Denkmäler hatte die ungarifche Abtheilung nicht aufzuweifen. Weit zahlreicher waren die Broncen der claffifchen Zeit. Vornehmlich enthielt die Franz v. Pulsky'fche Sammlung grofse Koftbarkeiten. Von griechifchen Bron­cen nennen wir die Statuette einer Priefterin und eines Gaucklers, ferner eine Vafe von eleganter Form, die einft von Admiral Grimani aus Griechenland nach Venedig gebracht worden fein foll; einen Lanzenfchwinger, und eine filberne Marsftatuette von höchfter Vollendung, einen laufenden Knaben in malerifcher Bewegung, eine Minerva, einen Apollo, und endlich eine Bachantinbüfte. An einer Dioscuren- Statuette zeigten fich in den Gewandfalten fchwache Spuren von Email. Unter den römifchen Broncen verdienen Erwähnung, die Büfte des Kaifers Lucius Verus, eine Kybeleftatuette aus der beften römifchen Zeit, eine Fortuna und ein Morpheusfigürchen.

Aus der Rath'fchen Sammlung eine Pallasftatuette, ein Mercur, ein grofser Broncekrug, deffen Körper von einem Mädchenkopfe gebildet wird, eine Lampe in Form eines zu Pferde fitzenden Imperators, ein kleines Modell eines römifchen Rennwagens, und ein Gefäfs in Form eines Kriegsfchiffes mit Katapulte und beweglichem Anker, ein überaus belehrender und intereffanter Gegenftand. Eine eigenthümlich geformte, ziemlich flach gerundete Vafe mit langem Halfe ftellte Alexander Pofonyi aus.

Das Klaufenburger Muſeum brachte zwei Wachstafeln mit römifcher Curfivfchrift aus den Jahren 162 und 164, in welchen verfchiedene Rechtsgefchäfte notirt find; gefunden wurden derlei Tafeln, und zwar in einigen Exemplaren, in den fchon von den Römern betriebenen Gold- Bergwerken Siebenbürgens; ferner ein getriebenes und fchön gearbeitetes, aber leider fehr fchadhaftes Bronceblech mit der Darftellung römifcher Bewaffneter zu Fufs und zu Pferde, gefunden zu Szamos Ujvar. Die Erklärung des Zweckes und der Bedeutung diefes Stückes konnte bisher nicht gelingen, obfchon die Kunde von diefem Fundftücke, das in das II. oder III. Jahrhundert unferer Zeitrechnung gehören dürfte, weit verbreitet ift. Ferner eine gegoffene filberne, zum Theil vergoldete Schale, ringsherum mit Fifchen, Waffervögeln und Fifcherei- Geräthen in Relief gefchmückt, ein Gefäfs, das an Zierlichkeit und Schönheit den Gefäfsen des Hildesheimer- Fundes nicht nachfteht; einige Mithrasreliefs und kleine Bronceftatuetten.

Das Pefter Mufeum lieferte von Gegenftänden diefer Epoche nur einige Repräsentanten feiner Sammlung, darunter zwei Seiten einer der römifchen Spätzeit entftammenden, urfprünglich aus drei Bronceplatten gebildeten Pyramide mit getrie­benen panteiftifchen Darftellungen. Intereffant find auch die demfelben Muſeum gehörigen Fundgegenftände, darunter einige mit Gold eingelegte filberne Schnal­len, die man im Jahre 1864 aus einem Grabe in Altofen ans Tageslicht brachte.

Wir nehmen auch hier Anlafs, der von Franz v. Pulsky ausgeftellten prachtvollen, gefchnittenen Steine( Cameen und Intaglios) Erwähnung zu thun. Faft alle Stücke davon find koftbar, einige von hervorragendem Kunſtwerthe; eines oder das andere davon hervorheben, würde fich gegenüber den übrigen nicht rechtfertigen laffen. Auch Herr Alexander Pofonyi ftellte einige werthvolle, gefchnittene Steine aus, defsgleichen fanden fich unter den Ringen des Grafen Emanuel Andráffy mehrere mit beachtenswerthen Intaglios.

Wir kommen nun zu den Ausstellungsobjecten, die in der Zeit des Verfalles byzantinifcher Kunft von Kaifer Conftantin an bis gegen das Ende der deutfchen Ottonen entstanden find, oder in den Stürmen der Völkerwanderung ihre Geburt feierten. Es war diefs eine Zeit, in der fich die Kunft an den kümmerlichen Tra­

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