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Bildende Kunst der Gegenwart : (Gruppe XXV) ; Bericht / von Josef Bayer und Josef Langl
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Die Malerei.

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war diefes Bild eines der beftgemalten, coloriftifch glänzendften der italie­nifchen Ausstellung. Der leuchtende Körper in dem gar trefflich gehaltenen hell­dunklen Intérieur, die neugierig guckenden, glücklich charakterifirten Mädchen und dazu der Blick durchs Fenfter auf die fchneebedeckten Dächer, das Alles gab ein fehr gut geftimmtes Enfemble. Ein franzöfifcher Zug geht auch durch ein anderes Bild desfelben Künftlers hindurch, welches eine Illuftration des Nonnen­ballets aus Robert der Teufel" verfucht. Wie dort mit der Sonne, operirte er hier mit dem Monde; nur ift man nicht ganz im Klaren darüber, ob man es mit dem wirklichen oder dem Theatermonde zu thun hat. Es liegt immer etwas Bedenk­liches darin, Decorationseffecte der grofsen Oper wieder in das Staffeleibild zu­rückzuübertragen, namentlich wie hier, bei einem phantaftifchen Stoffe. Un­willkürlich beeinflusst die Scenerie und künftliche Beleuchtung der Bühne den Blick des Künftlers; er reproducirt eine Opernreminifcenz, ftatt uns ein frei­concipirtes malerifches Märchen zu geben Bei alledem hat das Bild die volle Pikanterie des theatralifch Gefpenftigen und Abenteuerlichen.

Auch in der Neigung zu malerifchen Orientreifen glaube ich eine franzöfifche Einwirkung wahrzunehmen. Wenn nichts Weiteres dabei erzielt wird, fo ift doch das Eine erreicht: die Schwelgerei im fonnigen Licht und in refolut hin­gefetzten Localfarben. In diefem Sinne geht nach dem Orient auch die Mekka­fahrt der Coloriften. Profeffor Stefan Uffi aus Florenz macht uns nun geradezu zu Zeugen des Aufbruches einer grofsen Pilgercarawane nach dem heiligen Mekka. Es war das farbenberedtefte Bild der italienifchen Kunftfäle, voll Sonnenglanzes, heifsen Staubes und bunten Menfchengewimmels. Das Ganze kann als eine bril­lante ethnographifche Studie gelten, beiläufig fo, wie der Pyramidenbau von dem Berliner Guftav Richter; entfcheidend ift dabei der orientalifche Charakter, die gut getroffenen Typen und nicht das hiftorifche Zeitalter. Ueberhaupt exiftirt der ganze Orient für unfere Malerei blos ethnographifch, nicht gefchichtlich. St. Uffi gibt in feinem grofsen Gemälde in der That eine reiche und lebensvolle Zufam­menftellung typifcher Geftalten, zu einer Monftreproceffion mit allem dazu gehö rigen Spectakel vereinigt; Derwifche und Fromme, Gaukler und Schlangen­befchwörer, das treibt fich bunt und toll durcheinander, und doch behält dabei das Ganze eine harmonifche Haltung im Colorit und ift auch in jenem Sinne componirt, wie ihn ein fo weit gehender Realismus eben verträgt. Ganz in das­felbe Orientgenre, trotz des Hinweifes auf eine gefchichtliche Thatfache, gehört des Mailänders Tullus Maffarani anfpruchsvolles Bild, das uns die Verbren­nung der Alexandrinifchen Bibliothek verfinnlichen foll. Ich mufs fagen, dafs es mir in der ausfchweifenden Willkür feiner Zufammenftellung, in feiner malerifchen wie hiftorifchen Buntfcheckigkeit, die das Fremdartigfte durcheinanderwirft, geradezu unbegreiflich war. Das ift ja ein Rendezvous von Masken aus ganz verfchiedenen Zeitaltern, und fonft auch nichts Anderes! Da fehen wir im Vorder­grunde die Saraftro- artige Geftalt wohl des letzten Alexandrinifchen Bibliothekars, ganz Opernfigur; daneben einen halbnackten Kerl mit dem altegyptifchen Schurz und dem Kopffchmuck der Uräusfchlange, aus einem alten Wandbild von Theben herabgeftiegen; in nächfter Nachbarfchaft ein paar gebräunte kriegerische Ge­ftalten mit tartarifchen Phyfiognomien und ähnlicher Ausrüftung und Bewaffnung. Die Schätze der Alexandrinifchen Bibliothek, mit denen die Bäder Omar's ge­heizt werden follen, find mittelalterliche Codices, in Schweinsleder gebunden, ftatt antiker Schriftrollen. Ohne allen denkbaren Grund wird im Hintergrunde eine nackte, nur mäfsig verfchleierte Dame auf einer Tragbahre von einigen robuften Kerlen hereingetragen, der mehrere Frauen in jenem Theatercoftüme folgen, das wir bei dem Wartburger Sängerfeft in Wagners Tannhäufer" zu fehen gewohnt find. Dazu lehnt fich rechts über eine Ambonenbrüftung mit Moſaikmuftern im altchriftlichen Bafilikenftil irgend ein Jude oder Araber, indefs weiter vorn eine völlig unbefchäftigte Odaliske auf einen Teppich fich hinftreckt, in deren Nähe der Maler, um die tolle Buntheit voll zu machen, noch ein epifodifches Frucht­

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