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Bildende Kunst der Gegenwart : (Gruppe XXV) ; Bericht / von Josef Bayer und Josef Langl
Entstehung
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Die Malerei.

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zuge Mafaniello's von Vincenzio Marinelli folgen wollen, fo wären wir nach diefer Seite hin mit den malerifchen Gefchichtsftudien der Italiener fo ziemlich fertig.

An die Seite der eigentlichen Gefchichtsmalerei tritt eine erkleckliche Anzahl von Bildern, die fich damit begnügen, in der Vorführung bedeutfamer Einzelfiguren dem vaterländifchen Heroencult zu huldigen. Oft ftehen oder fitzen diefe Geftalten blos in finnender Haltung da, ohne jede beftimmte Situation; fie werden ganz einfach vor den Pinfel citirt. Es ift diefs, ich möchte fagen, die malerifche Anwendung von der Redefigur der Apoftrophe. Da hätten wir in diefem Sinne einen fehr nachdenklichen Machiavell" von dem Mailänder Pier. Cel. Gilardi; zwei Galilei's" von Ponz. Loverini aus Mailand und von Gius. Boschetto aus Neapel; den ganz unausweichlichen, Dante" wieder zweimal von Aug. Mazzia aus Mailand und Gius. Penfabene aus Palermo; weiter einen Savonarola" von Ign. Affanni und einen Torquato Tasso von Fort. Aureggi aus Mailand. Da wäre denn fo ziemlich der Kreis der populärften Geftalten aus der Ruhmeszeit Italiens beifammen; ihnen gefellt fich noch ein Alexander Volta" zu, der in dem Bilde des Mailänders Rinaldi neuerdings die Entdeckung der Elektricität machen mufs.

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Mit Vorliebe verweilen die italienifchen Maler bei der Gefchichte des heimifchen Kunft- und Literaturlebens, um da ihre Stoffe fich zu fuchen. Die literarifche, fowie die Künftleranekdote mufs wiederholt herhalten, um bald nach der pathetiſchen Seite, bald in mehr genreartiger Auffaffung benützt zu werden.

Auch da müffen wir uns mit einfacher Nennung begnügen. Hieher gehört z. B. Eug. Agneni's, Domenichino, der vor feinem Nebenbuhler Ribera flieht"; Teob. Patini's geiftreiches und charakteriftifches Bild, das uns das Atelier Salvator Rofa's zeigt; Die Tochter Tintoretto's" von dem Mailänder Eleut. Pa­gliano; Michel Angelo bei dem Urbinaten" von dem Florentiner Preti und vielleicht noch einiges Andere diefer Art. Die literarifche Anekdote war in Enr. Gamba's( aus Turin) geiftreich heiterem Bilde aus Goldoni's Leben im beften Sinne einer anziehenden genreartigen Auffaffung vertreten. Der berühmte Luftfpiel­dichter ergötzt fich, in einer Gondel vorüberfahrend, an einer Zankfcene von Marktweibern und weifs mit Kennerblick das komifche Motiv der Situation zu würdigen. Das Bild ift von fehr bezeichnender Charakteriſtik, dabei fein, elegant colorirt und trefflich in der Haltung. Da in den Malergefchichten im Bilde meift viei Pathos und Sentimentalität verbraucht wird, fo war uns diefs erheitern de Stück Wahrheit und Dichtung" doppelt willkommen.

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Das Alterthum, fagenhaft wie gefchichtlich, hellenifch, aber häufiger noch römifch, liegt dem Intereffe der italienifchen Kunft noch immer nahe genug. Es regt fich noch ab und zu im Grunde des claffifchen Bodens und zwifchen den Ruinen fteigen die claffifchen Geftalten deutungsvoll empor. Das Befte im Mytho logifchen fchien mir die Sirenenfage" von Ed. Dabono aus Neapel, ein wirklich poetifches Bild. In der Darstellung von Anakreon's Tod von dem Nea­politaner Mich. Tedesco find namentlich die Frauengeftalten weder griechifch noch fchön; ein fahler, leichenhafter Ton fcheint fich von der Hauptgeftalt über das ganze Bild und die plötzlich erftarrende Heiterkeit feiner Gruppen zu ver­breiten. Es ift in der Stimmung gut intentionirt, aber nicht maleriſch richtig aus­geführt. Gius. Sciuti aus Mailand brachte aufser einer pompejanifchen Scene" einen, Pindar bei den olympifchen Spielen". Das letztere Gemälde gibt in Anord­nung und Haltung ein durchaus würdiges Bild einer feftlichen Verfammlung, aller­dings nicht mit hinreichender Concentration des Vorganges. Dafs auch Frauen als Feftgenoffinen bei den olympifchen Spielen vorkommen, ift ein archäologiſcher Schnitzer. Lebhafter als in Hellas geht es auf den Bildern in Rom her. Wir erhalten da ein Stück römifcher Gefchichte nach italienifcher Lesart und Inter­pretation Lod. Muffini aus Siena verfinnlicht uns das Capitel aus Sueton, das

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