Die Malerei.
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Bildern von Cecrope Barilli in Rom, von Rubbio in Florenz, von Alex. Zezzos in Venedig.
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Die heitere Kinderexiftenz, mit der fich die neuitalieniſche Salonfculptur fo viel zu fchaffen gibt, nimmt in der Genremalerei einen befchränkteren Raum ein; Einzelnes diefer Art, wie„ Das Bad" von Caj. Chierici aus Reggio, ift von herzgewinnender, lachender Lebensluft. Das bäuerliche Genre und die Volkstypen finden merkwürdigerweife weniger Pflege, obgleich fie für charakteriftifche Auffaffung, ja felbft für eine rein malerifche Behandlung fo dankbar wären: die Bauernfamilie" von Enr. Bartez ago in Mailand, das„ bäuerliche Nationalfpiel" von Alfr. d'Andrade in Genua, die„ lombardifchen Bäuerinnen" von Raph. Casne di in Mailand und dergleichen find fpärlich vertretene Beiſpiele diefer Art. Die junge römifche Gärtnerin" von Arth. Moradei in Ravenna, welche eben ihre Waare ausfchreit, ein prächtiges Halbfigurenbild, ift ein rechtes Kind aus dem Volke, wie man deren auf der italienifchen Ausftellung gern mehrere gefehen hätte. Dagegen fanden wir gelegentlich den keuchenden Arbeiter dort vor, mit dem echten mürrifch- focialiſtiſchen Zuge. Narc. Malatefta in Modena läfst in feiner Familie des Ueberläufers" die düfteren Schlagfchatten eines aufregenden Ereigniffes in die Bauernftube fallen; die italienifche Malerei liebt ein mal in der Wahl der Sujets diefe ftärkeren Reizmittel. Geronimo Induno, deffen Bauernfamilie fich um den Kram eines Heiligenbilder- Haufirers drängt, zeigt uns in diefem techniſch meiſterhaften Bilde das heimifche Bauernleben in einem andern Sinne, als wir es von unfern deutfchen Genremalern gewohnt find. Der italienifche Pittore verhält fich entfchieden als Städter und beobachtet gelegentlich, aber mehr nur in äufserlicher Weife das Landvolk, ohne fich in feine Exiftenz tiefer einzuleben; die gemalte Dorfgefchichte fteht ihm noch ziemlich fern, die im Augenblicke fogar die bezeichnendfte Specialität unferer deutfchen Kunft bildet. Der deutfch gemüthlichen und innigen Auffaffung im Genre nähert fich am meiften noch Ant. Rotta in Venedig an, aber auch wieder mit einem merklichen Zufatze von Sentimentalität. In der Hauptfache befchäftigt fich das italienifche Genrebild mehr mit der fogenannten guten Gefellſchaft und mit dem malerifch hiftorifchen Coftumbild aus früheren Zeiten, dem namentlich das Venedig des XVI. Jahrhundertes mit feinen Gondelfahrten, feinen Mandolinenftändchen und Carnevalsfcenen eine willkommene Ausbeute bietet.
Auch für die malerifche Entfaltung des gegenwärtigen italienifchen Lebens, wie es fich bei öffentlichen Feften, bei Aufzügen und dergleichen kund gibt, haben die Italienier den richtigen allgemeinen Blick, der hier vollkommen genügt, fo fehr ihnen an anderer Stelle der Sinn für das im Einzelnen Bezeichnende ge. brechen mag. Ich hebe ftatt mancher Beifpiele die Kreuzweg- Proceffion im Coloffeum" von Anatol Scifoni in Rom hervor, die Alles, was ein folcher Aufzug an Farbenwerth und malerifch wirkfamer Sonderung der Gruppen darbietet, fehr glücklich benützt.
Das Thierftück und die Landfchaft, welche in der nordifchen Malerei eine fo eminente Pflege finden, treten in Italien auffallend zurück. Es gäbe da nur eine mäfsige Anzahl des Guten, noch eine geringere des Bezeichnenden, das befonders hervorzuheben wäre. Carl Pittara aus Rom brachte in dem Gefpann eines" piemontefifchen Pfluges" und des ,, Marchigianer Karrens" ganz treffliches Rind in gut durchempfundener landfchaftlicher Umgebung; von Carl Mancini in Mailand verdienen einige Landfchaften rühmliche Erwähnung, und Achill Vertuni's" Anfichten des Agro Romano" und fein„ Blick von der Höhe der Apenninen" erregten durch ihre energifche Naturauffaffung felbft allgemeinere Aufmerkfamkeit. Zwifchendurch gab es noch manches Tüchtige und Beachtenswerthe, das aber unter dem Andrange der Eindrücke fchwer im Gedächtniffe haften bleibt. Von einer ausgefprochenen landfchaftlichen Kunftrichtung, einer im umfaffenderen Mafse durchgebildeten Naturbeobachtung der fo unerfchöpflichen Motive des herrlichften Landes kann in Italien, fo wie es den Anfchein hat, noch nicht
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