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Schreibunterricht : (Theilbericht der Gruppe XXVI) ; Bericht / von J. Hüpscher, Lehrer an der Handels- und naut. Schule zu Triest
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J. Hüpfcher.

ift Secretär einer humanitären Gefellfchaft für den Unterricht von Taubftummen. zu gleicher Zeit mit gefunden Schülern.

Schülerfchriften aus Volks- und Mittelfchulen hatte Frankreich reich­lich ausgeftellt. Die meiſten waren von fehr gefälliger Form und zum grofsen Theile recht fliefsend und sans gène gefchrieben. Sie zeugen nicht nur von Fleifs und Ausdauer der Schreiber, fondern von dem Ernft und der guten Methode der Lehrer.

Befonders hervorzuheben find: Die Stadt Paris: Kalligraphien und fchrift­liche Schularbeiten, Lyons, Rouen, Caen, Douai, Mirecourt, Dijon, Foix, Lifieux, Poitiers, Arpajon, Gannat, Verfailles, St. Arnould, Touloufe, Tours und Anderem. Hervorzuheben find noch die hübfche Lineatur, das gute Papier, die Billig­keit des Schreibmateriales und die praktifche und fchöne Anordnung der Titel­

blätter.

Schreib- Schiefertafeln von fehr guter Qualität und praktifcher Herrichtung für Schulen nebft leicht zeichnenden Schreibgriffeln exponirten die Herren Indre, Deupés, Ardoife, Suzanne, theils linirt und mit aufgedruck­ten Vorlagen, theils einfache und unlinirte.

Schreib- Stahlfedern hatte Frankreich beinahe gar keine ausgeftellt. Wir fagen faft gar keine, denn die unzureichenden zwei oder drei Fabricate find kaum der Mühe des Erwähnens werth. Subfellien. Bapteroffes F., Paris, ftellte einige fehr einfach conftruirte Schulbänke aus, welche die Concurrenz mit denen anderer Culturftaaten nicht aushalten. Die Schreibpapiere ftan­den weit zurück vor anderen Papiergattungen, die zu Induftrien und Cigarretten verwendet werden. Tinte konnten wir keine prüfen, da fie in verfchloffenen Gefäfsen aufbewahrt ftand. Hingegen waren die Schreibkreide- Würfel von fehr guter Qualität.

Stenographie war vertreten durch Montet, der einen gedrängten Curs de Stenographie brachte und Grünebaum's ftenographifche, nach Gabels­berger's Syftem bearbeitete Tafeln, die indefs nicht durchaus abgerundet und egal fich darftellt.

Schweiz.

Die hohe Stufe, welche diefes glückliche Staatswefen in der allgemeinen Cultur einnimmt, zeichnet es ganz befonders noch in feinen öffentlichen Schulein­richtungen, feiner durchgreifenden Organiſation der allgemeinen Volkserziehung, vor vielen anderen weit gröfseren und von der Natur unendlich reicher gefegneten Staaten, höchft rühmlich aus. Was uns Portugals Schulhaus als hoffnungsvolle Anfänge auf dem Gebiete des Schulwefens darbietet, das zeigt uns das fchweizerifche Chalet in kräftigfter Blüthe, heranreifender oder vollendeter Frucht.

Dem Schreibunterrichte wurde die Ausftellungs- Commiffion ebenfo gerecht, wie allen anderen Unterrichtszweigen in dem weiten Gebiete der Volksbildung und Erziehung.

Die Erziehungsdirection des Cantons Bafelland exponirte M. J. Hüb­fcher's Vorlagenhefte unter dem Titel: ,, Praktiſcher Lehrgang zu einem erfolg­reichen Schreibunterrichte". Diefe Methode ift wohl nicht neu, aber immerhin praktiſch und pädagogifch fortfchreitend. Die deutfche Currentfchrift ift wunder­hübfch, einfach und gefchmackvoll. Die Lateinfchrift hingegen überfteigt das Durchfchnittsmafs nur fehr wenig. Die lithographifche Ausführung ift meifterhaft, J. Steidinger's Rondevorlagen find fehr empfehlenswerth, in der Formgebung perfect.

Die Erziehungsdirection des Cantons Bern ftellte Wandtafeln mit ein­fachen deutfchen Currentfchrift- Formen für Volksfchulen aus. Die Schriftenvor­lagen find gediegen und von praktiſch gefälliger Anordnung.