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Schreibunterricht : (Theilbericht der Gruppe XXVI) ; Bericht / von J. Hüpscher, Lehrer an der Handels- und naut. Schule zu Triest
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Der Schreibunterricht.

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München fcheint durchaus nicht ohne Berechtigung in die Zukunft zu fehen. Die Erlernung ift kaum fo fchwer wie irgend eine beliebige Sprache, und gewährt den Vortheil fich ideographifch mit Jedermann, der diefe Kunft fich angeeignet hat, verftändigen zu können. Der Verein für diefe Schrift hat bereits Wörterbücher in mehreren europäifchen Sprachen herausgegeben.

Oefterreich.

So

Es war für den Vaterlandsfreund ein erhebendes Gefühl, die Räume der 26. Gruppe zu durchwandern. Corporationen und Vereine und Einzelne haben mit der Regierung gewetteifert, das eigentliche Werk der Weltausftellung mit Vielem vom Guten und Beften zu fchmücken, was der Zug der neuen Aera in den Geiftern Es fei ferne von gereift oder doch zu vielverfprechender Blüthe gebracht hat. uns, über das Geleiftete das noch zu Ueberwindende aufser Acht zu laffen. gerechtfertigt unfer Drängen nach kräftiger Initiative von Seiten der Regierung auf dem Gebiete der Volksfchul- Verbefferung ift, das Befte müffen wir Lehrer ftets von uns felbft, von unferer eigenen Veredlung und Vervollkommnung erwarten. Was von der einen und der anderen Seite im abgelaufenen Decennium Gutes gefchah, ift alles Lobes werth und fei uns ein Sporn unermüdet weiter zu fchaffen.

Die Collectivausftellung des öfterreichifchen Unterrichtsminifteriums zeugt von dem edelften Streben diefer hohen Behörde, der Nationalerziehung nach Von fämmtlichen Provinzen Weftöfterreichs Möglichkeit gerecht zu werden. find zu diefem Zwecke auch die fchriftlichen Arbeiten einzelner Volksfchulen fowie Schönfchriften im engern Sinne reichlich eingelaufen, die im Grofsen und Ganzen hinter den beften Schulfchriften anderer Staaten nicht zurückſtehen; ja einzelne ein- und zweiclaffige Volksfchulen leifteten geradezu überraschend gute Refultate. Befremden mufste es, dafs im Gegenfatze zu den Provinzftädten und dem flachen Lande, gerade Wien und die gröfseren Provinz- Hauptftädte in diefem ganz und gar nicht fo unwichtigen Zweige der formalen Jugend­bildung beinahe gar nicht, oder nur fehr unzureichend vertreten waren. Umfo­mehr musste diefe Lücke in der Collectivausftellung auffallen, als gerade die Centren beinahe das ganze Contingent von Vorfchriften und Schreibmethoden ftellten. Wenn wir über die Schülerfchriften uns im Ganzen lobend geäufsert, fo können wir dasfelbe leider von der Anordnung der Schriftftücke nur in fehr eingefchränktem Mafse thun. Und doch ift die äufsere Form ein bedeutendes. pädagogifches Mittel, um Ordnungsfinn, Verftand und guten Gefchmack der Volksfchüler zu entwickeln. Die zierliche Buchftabenform geht meift in fpäteren Jahren verloren und weicht einer praktifcher ausgebildeten oder auch fchweren und unbeholfenen Hand; der geweckte Sinn für gefchmackvolles und paffendes Arrangement von Schriftftücken hingegen bleibt unverkümmert felbft dem mit fchriftlichen Arbeiten felten befchäftigten Handwerker. Selbft auf die Gefahr hin eines kleinen Papierverluftes empfiehlt fich die Beobachtung des hübfchen und verftändigen äufserlichen Arrangements.

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Vertreten waren Böhmen durch Kuttenberg, Kolin, Böhmifch- Trübau, Kaile, Nachod, Trautenau, Kralupech, Warnsdorf, Polna, Budyň, Würbenthal, Graber bei Leitmeritz, Chatěružka bei Prag, Opočno, Beraun, Jičin, Schlan, Soběslau; Mähren durch Olmütz; Schlefien durch Troppau und Tetfchen; Bukowina durch Cernowitz und Maienfeld;- Niederöfterreich durch Wels; Salzburg, durch Stadt Salzburg, St. Johann, St. Andre und Aigen; Steiermark, durch Graz, Leibnitz, Marburg, Trifail, Doll, Pragwald, Wildon, Tüffer, Deutſch­landsberg, St. Leonhard, Steinbrück, St. Margarethen, Tfchadram, Hraftnig, St. Gertrud, St. Jofef, Gonobitz; Krain, durch Laak, Kaftua, Dolina, Merkaufch; das Küftenland durch Trieft, Görz, Kormons, Ronchi, Rovigno, Parenzo, Capo­diftria, Pirano, Monfalcone, und St. Andrea; Dalmazien durch Zara.