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Der Zeichen- und Kunftunterricht.
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andere Gegenftände für die Zwecke des Unterrichtes, welche von Gelehrten, Künftlern, Schulmännern und Induſtriellen des Königreiches herrührten". Im Weiteren hiefs es dann, dafs aber felbft in diefer Hinficht kein vollftändiges Bild gegeben werden konnte, da von den zahlreichen und bedeutenden einfchlagenden Werken und Arbeiten aller Art, welche von den Lehrern an der Landesuniverfität und den technifchen Hochfchulen des Landes ausgegangen find, nur fehr wenige zur Ausftellung gelangt waren."
Ueber die Urfachen diefes Fehlens" wurde nicht weiter Auskunft ertheilt, und es fcheint, als ob die Raumfrage eine bedeutendere Entfaltung der fächfifchen Unterrichtsausftellung nicht zugelaffen haben mochte, was nur bedauert werden müfste, da bekanntlich das fächfifche Unterrichtswefen fowohl in Bezug auf allgemeine Volksbildung als in den gewerblichen Richtungen einen hohen Rang
einnimmt.
Ueber die allgemeinen Einrichtungen und die Statiſtik gab ein fpeciell für die Ausftellung verfafster Bericht die nöthigen Auskünfte.
Bezüglich des gewerblichen Unterrichtes wird in Sachfen vorzugsweife den Bedürfniffen der Arbeiter Rechnung getragen, und find gegenüber Preufsen Fachfchulen in viel bedeutenderem Mafse entwickelt, demgemäfs fpielt auch der Zeichenunterricht in den gefammten gewerblichen Schulen des Landes eine gewichtigere Rolle, denn in dem ftärkeren Betonen des Fachlichen hat derfelbe ftets ausgefprochenere Tendenzen zu vertreten. Als Vorbildung wird an den meiften Anftalten blofs der Unterricht der Volksfchule angenommen, und dauern, wie beispielsweife an den Baugewerks- Schulen zu Chemnitz, Leipzig, Plauen, Zittau und Dresden, die Curfe drei Jahre( blofs im Winter) unter gleichzeitig praktifcher Ausübung des Gewerkes. Sachfen befitzt auch eine bedeutende Anzahl von Webefchulen, unter welchen die zu Chemnitz, Glauchau, Frankenberg, Oederna, Werdau, Grofs- Schönau, Hainichen, Limbach und Mittweida die hervorragendften find. In letzterer Zeit wurde auch der Holz- und Spielwaaren Induſtrie im fächfifchen Erzgebirge ein forgfames Auge zugewendet und für die Hebung derfelben in Seiffen und Grünhainichen Zeichnen- und Malfchulen eröffnet.
Wie erwähnt, war auf der Ausftellung von Schülerarbeiten wenig vorgelegt; nur die technifchen Hochfchulen zu Dresden und Frankenberg waren darin umfaffend vertreten; fonft lagen Vorlagewerke, Modelle und andere Hilfsmittel für diefen Unterrichtszweig vor.
Durch das Volksfchul- Gefetz vom Jahre 1873 wurde das Zeichnen als obligat auch in den unteren Schulen eingeführt, wo es übrigens fchon früher an manchen Orten beftens gepflegt wurde. Als ganz ausgezeichnete Lehrmittel für die erfte Stufe des Zeichenunterrichtes find die Vorlagewerke von H. Schmidt und W. Zimmermann( Lehrer an den Zwickauer Mittelfchulen) hier zuerft zu nennen. Nach der Schmidt'fchen Methode werden im Anfange die einfachften geometrifchen Grundformen von dem Lehrer an der Tafel vorgezeichnet, damit die Schüler das Entſtehen der Figuren lernen und später die complicirteren Formen mit den gegebenen Hilfslinien( die roth angegeben find) frei nach den Tafeln copirt. Die Schattenlinien haben nach vorangegangener Erklärung die Schüler felbft zu fuchen und werden Hintergrund und Zwifchenflächen mit leichten Farbentönen angelegt.
Die Zimmermann'fchen Tafeln verfolgen im Allgemeinen denfelben Weg. Die Formen find in kräftigen fchwarzen Umriffen hervorgehoben und durch Farbentöne gefordert, was zur Deutlichkeit für die Ferne viel beiträgt. Die Hilfslinien, welche der Schüler nach dem Entwurfe auf feiner Zeichnung wieder zu entfernen hat, find roth punktirt.
Die Methoden verbannen jedes Hilfsmittel und gehen darauf hinaus, neben dem Auge in erfter Linie auch die Hand zu bilden. Als Grundlage diefer, was Syftematik anbelangt, mufterhaften Vorlagewerke wurde F. W. Tretau's( Profeffor in Chemnitz) Kleiner Zeichner" genommen; bei den ornamentalen Formen
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