Geographifche Bildungs- und Unterrichtsmittel.
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einer Ausbreitung der fynthetiſchen Methode gleichbedeutend ift. In Oefterreich insbefondere machen fich die Erfolge der verbefferten Lehrerbildungs- Anstalten bemerkbar, und die Geographie, noch vor nicht gar langer Zeit in der Volksfchule ein unbekannter Gegenftand, hat fchon in mancher Dorffchule Wurzel gefafst, in der nun Globen, Tellurien und Karten zu finden find, wo früher nur eine abgenützte Rechentafel ftand.
Die Fortfchritte der Technik( obenan Photo- Lithographie und Heliographie) kommen, vorläufig die erftere, auch der Schule zu Gute, denn die wohlfeilere Erzeugung macht billige Preife möglich, und diefe vergröfsern den Abfatz oder, mit anderen Worten, verallgemeinern die Verbreitung. Selbftverftändlich ftehen die kartographifchen und anderen geographifchen Lehrmittel der Schulen in gewiffer Beziehung unter dem Einfluffe der Organiſation des Lehrfyftems. Je freier und felbftftändiger ein Lehrgegenftand fich entwickeln kann, defto zahlreicher und mannigfaltiger werden auch die ihm zuftändigen Lehrmittel fich geftalten. Wird die Geographie in den Mittelfchulen, wo fie, beinahe in allen Staaten, mit der Gefchichte nach dem alten Vorurtheile der Zufammengehörigkeit, wie die fiamefifchen Zwillinge verwachfen ift, diefer für den einen oder den anderen Gegenftand unheilvollen Verquickung mit der Zeit entledigt, und von einem Profeffor ohne Unterbrechung durch alle Jahrgänge gelehrt werden, fo werden fich die wohlthätigen Folgen in der Einheit des Unterrichtes, der Methode, der Lehrmittel äufsern, und würde die angedeutete heilfame Amputation bald zu erwarten fein, fo würden in dem folgenden Decennium wahrfcheinlich noch grössere Fortfchritte in der Schul- Kartographie und den übrigen Lehr mitteln( Globen, Tellurien etc.) verzeichnet werden können.