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Unterricht in der Geschichte : (Theilbericht der Gruppe XXVI) ; Bericht / von Emanuel Hannak, Director des Landes-Proseminars in Wiener-Neustadt
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Der Unterricht in der Gefchichte.

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In der Primärfchule, die fich zuweilen bis auf das 16. Lebensjahr erftreckt, wurde fchon früher als in Deutfchland( feit 1831) vaterländifche Gefchichte unter die Unterrichtsgegenstände aufgenommen. Und zwar beginnt der Unterricht. meift mit Biographien hervorragender Perfönlichkeiten der Schweizer Gefchichte, um dann zur zufammenhängenden Gefchichte der Schweiz überzugehen. Von Lehr­büchern, die in diefes Gebiet gehören, liegen vor: G. Geilfus vaterländifche Sage und Gefchichte mit Abbildungen, welches Werk fich als Handbuch eignet, und der Auszug aus diefem Werke, der als Schulbuch benützt wird; ferner der Abrifs der Schweizer Gefchichte für Primärfchulen von Alexander Daguet, die Schweizer Gefchichte für Schulen von Vögelin und Anderen. Als geeigneter Atlas für Gefchichte und Geographie der Schweiz ift der hiftorifch- geographifche Atlas von Vögelin und Anderen in Zürich( Schulthefs 1870) hervorzuheben, der 15 Blätter mit an der Seite fortlaufendem Texte und zahlreichen Abbildungen ent­hält. Neben der allgemeinen Gefchichte der Schweiz wird auch gelegentlich die Gefchichte eines einzelnen Cantons gelehrt, wie diefs an der Hiftoire du Canton de Vaud von Descomb az erfichtlich ift.

An den Secundär- oder Bezirksfchulen und an den Canton­fchulen fowie an den Lehrer- Bildungsanftalten ift in erfter Linie auch fchweizerifche, dann aber auch allgemeine Gefchichte unter die Unterrichts­gegenftände aufgenommen, wobei hervorzuheben ift, dafs auch in der allgemeinen Gefchichte der zufammenhängenden Gefchichtserzählung deren Behandlung in biographifcher Form vorangeht.

Unter den Lehrbüchern für die Gefchichte der Schweiz find namhaft zu machen: Grundrifs der Schweizer Gefchichte für mittlere und höhere Lehran­ftalten von Strickler in zwei Bänden; Schweizer Gefchichte für Mittelfchulen von A. Daguet, von H. Zfchokke, Lamé Fleury und Anderen. Für allge­meine Gefchichte auf der Unterftufe waren zu bemerken das kleine Lehrbuch der Weltgefchichte in vorzugsweife biographifcher Form von P. Dietfchi"; der Cours Elémentaire d'hiftoire générale von J. Duperrex"; der Abrégé d'hiftoire générale à l'enfeignement fecondaire von Magnenat" und der Efsai d'une hiftoire univerfelle par S. Blanc. Die Lehrbücher für Oberclaffen gelangten nicht zur Ausftellung, defshalb war von Lehrbüchern der Gefchichte für diefe Stufe nur die ,, Hiftoire Grecque et Romaine par Vuiillet" bemerkbar.

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Von anderweitigen Lehrmitteln für den Gefchichtsunterricht find die chronologifche Ueberficht der Schweizer Gefchichte für höhere Bildungs­anftalten von Zellweger, zur befferen Einprägung der chronologifchen Aufein­anderfolge der Begebenheiten und für Repetitionen befonders geeignet, und der politifch- hiftorifch- geologifche Atlas der Schweiz von Gerfter und Weber, der nach franzöfifchem Mufter gearbeitet ift, hervorzuheben. Ueberdiefs erfahren wir aus den ftatiftifchen Verzeichniffen der Secundär- und Cantonsfchulen, dafs viele derfelben Abbildungen, Modelle und Sammlungen von Antiquitäten befitzen. So find z. B. unter den Lehrmitteln der Cantonfchule in Zürich Launitz'ens Wandtafeln, ein Modell des Athenetempels(?) auf Aegina, der Rheinbrücke und Andere, im Thurgau Gemmenabgüfse( 103), römifche Münzen und Schwefelpaften von Münzen( 55); in Bern und Luzern Münzen, Medaillen und Antiquitäten angeführt.

Im Allgemeinen überwiegt die Pflege der Schweizer Gefchichte auf allen Stufen und in allen Richtungen des Unterrichtes. Und wie fich diefs in den Lehr­mitteln ausfpricht, fo ift diefs auch an der Ausftellung der Schweizer Kunstwerke erfichtlich, wo die Porträts hervorragender Schweizer, wie die Haller's, Hallwyl's, Bubenberg's und andere hiftorifche Gemälde mit Motiven aus der Landes­gefchichte, wie Weckeffers Segnung von Alois Reding durch feinen Vater und dergl. vorwiegen.