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Musikalische Lehrmittel und das musikalische Erziehungs- und Bildungswesen : (Theilbericht der Gruppe XXVI) ; Bericht / von Rudolf Weinwurm, Prof. an der k.k. Lehrerinen-Bildungsanst. zu St. Anna
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Mufikalifche Lehrmittel

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ficherte einen jährlichen Beitrag von 300 Gulden unter der Bedingung zu, dafs arme und talentvolle Schüler unentgeltlich aufgenommen würden, während die übrigen ein monatliches Schulgeld von 48 Kreuzern zu entrichten hatten. Löhle bereitete eine Anzahl von Elementarlehrern zur Ertheilung des Gefangunterrichtes ( hauptfächlich mit Rückficht auf Peftalozzi'fche Grundfätze) während des Jahres 1829/30 vor und unter feiner Leitung wurde die Anftalt im Jahre 1830 eröffnet. Unter grofser Theilnahme der Bevölkerung fchien das Unternehmen zu gedeihen, jedoch bald, insbefondere feit Löhle's Tod 1837, trat der Mangel an ergiebiger Dotation hemmend auf. Der Magiftrat wendete fich an die Regierung um Zuſchüffe aus Staatsmitteln; die Regierung fand fich aber hiezu nicht bewogen, obwohl fie den entfcheidenden Einfluss auf die oberfte Leitung der Anftalt fich vorbehalten auch Franz Lachner bekleidete hatte. Nach mehrfach wechfelnder Leitung eine Zeit lang zwifchen 1842 und 1843 das Amt eines ,, Vorftandes der Central­Singfchule"- und nachdem die Anftalt im Jahre 1843 gänzlich fiftirt worden war, wurde fie im Einvernehmen mit der Regierung am I. Jänner 1845 unter dem Namen Städtifche Singfchule" unter der Leitung des Infpectors Koch wieder eröffnet und befteht noch gegenwärtig. Die Chronik diefes zweiten Abfchnittes der Gefchichte der Anftalt ift minder bewegt als die frühere. Das Schulgeld ift feit 1861 in zwei Claffen auf 48 und 36 Kreuzer monatlich feftgefetzt. Zum Eintritte in die Anftalt genügen die Elementarkenntniffe, die in der Volksfchule erworben. werden; der Unterricht wird zwei Mal wöchentlich in je zwei Stunden ertheilt. Als Lehrziel gilt: Singen vom Blatte, Chorgefang; die Methode ift dem Lehrer überlaffen. Durch Befchlufs der Gemeinde wurde vom Jahre 1872 an den beſtehen­den zwei Curfen ein dritter angereiht, da der Zeitraum von zwei Jahren fich zur Erreichung des Lehrzieles als ungenügend erwies. Jeder der drei Curfe ift einem Lehrer anvertraut; der Inſpector ift der techniſche Leiter der Schule. Der gegen­wärtige Status ift laut den dort beiligen den Nachweifen 30 Schüler, 63 Schülerinen. Der Aufwand aus Gemeindemitteln für diefe Anftalt ift in dem Voranfchlage des Jahres 1873 mit 525 Gulden eingeftellt, wobei bemerkt werden mufs, dafs die Koften für Beleuchtung, Beheizung etc. in diefer Summe nicht enthalten find, fon­dern beim Aufwand für die Elementarfchulen zur Verrechnung gelangen, da deren Localitäten zugleich auch für die Zwecke der Central- Singfchule benützt werden. Leider find in dem Berichte die an der Anftalt in Verwendung befindlichen Lehr­mittel und die Erfolge des Unterrichtes nicht erfichtlich die Exiftenz der Anftalt an und für fich aber ift von folcher Bedeutung, dafs man wünſchen möchte, diefes unferes Erinnerns einzig daftehende Beiſpiel der kunftfinnigen Stadt München­möchte auch in anderen gröfseren Städten Nachahmung finden. Es leuchtet wohl von felbft ein, welch' immenfer Nutzen für die Bildung des Volkes im Allgemei­nen und fpeciell für die Kunft aus folchen Fortbildangsanftalten" erwachfen kann und mit welch' geringem Aufwande er, wie das vorliegende Beiſpiel zeigt, erreichbar ift.

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D. Württemberg.

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Nach dem Normal- Lehrplan für Volksfchulen( eingeführt mit Minifterial­verfügung vom 21. Mai 1870) ift der Gefangunterricht an denfelben obligat. Der bezügliche Abfchnitt lautet:

,, Singen.

Zweck und Ziel im Allgemeinen. Durch den Unterricht im Singen, welcher zugleich feinen Beitrag zur Bildung der Sprachorgane zu geben hat, follen die Schüler fo weit gebracht werden, dafs fie fähig find, fich an dem gottesdienft­