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Landwirthschaftliche Lehre und Forschung : (Gruppe XXVI, Section 4) ; Bericht / von C. Theodor von Gohren, Director der landwirth. Lehranst. "Francisco Josephinum" in Mödling bei Wien
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Dr. C. Theodor von Gohren.

gibt es Mittel, den Wafferverbrauch einer Pflanze einzufchränken oder derfelben eine gröfsere Wafferquantität zuzuführen? Ift die Verdunftung der Pflanze über­haupt ein mechanifcher oder phyfiologifcher Act? Steht diefelbe in directem Verhältniffe zur Production, und welchen Einfluss auf die Verdunftung hat die Höhe der Bodenfeuchtigkeit, das Alter der Pflanze, die Blattfläche und der Feuchtigkeitsgrad der Atmoſphäre? Wie tief können die Wurzeln der Pflanzen in maximo gehen und wie weit mufs ihnen in minimo die Möglichkeit geboten werden, in den Boden einzudringen, wenn fie normal bleiben follen? Wie ent­wickelt fich überhaupt das Wurzelnetz der verfchiedenen Arten unferer Cultur pflanzen unter gegebenen Verhältniffen, und welche Mächtigkeit der Bodenfchicht darf man mithin zu Grunde legen bei Rechnungen betreffs des Bodenreichthums und der Bodenerfchöpfung? Welchen Einfluss üben Unterfchiede in der Boden­wärme auf die Entwicklung der Pflanze aus? Wie influiren die Schwankungen der Lufttemperatur und der Lichtintenfität auf die Functionen des Pflanzenlebens?

Auf den von der Dahmer Verfuchsftation auf der Wiener Weltausstellung ausgeftellten vier koloffalen Tableaux waren Beiſpielspflanzen erfichtlich, deren Zweck es war, nicht durch fich felbft zu wirken, fondern Zeugnifs davon abzu­legen, dafs die Verfuchsftation ihr Ziel confequent vor Augen hat. Während Dahme 1867 nach Paris Beiſpielspflanzen gefendet hatte, die geeignet waren, den Minimalbedarf der Gerfte an Bodenftickftoff, Kali, Kalk, Magnefia, Eifen, Phosphor­fäure, Schwefelfäure u. f. w. ad oculos zu demonftriren, fo follte diefsmal das Stickftoffbedürfnifs von Culturpflanzen, die nicht der Familie der Gräfer ange­hören und die Wurzelentwicklung unter beftimmt gegebenen Verhältniffen dar­geftellt werden.

Die auf den vier Tableaux zur Anfchauung gebrachten Pflanzen waren in folgender Weife gezogen worden:

Tabelle I. Pflanzen, in reinem Quarzfand mit befchränkten Nährstoff­mengen erzogen:

a) Gerfte.

Nr. 2 erhielt auf 1000 Theile Quarzfand zugefetzt: 0047 Theile Kali, 1000 Theile Kalk, o 010 Theile Magnefia, o 053 Theile Phosphorfäure, 0.020 Theile Schwefelfäure und 0 432 Theile Salpeterfäure und brachte Ertrag an trockener Pflanzenmaffe . 34.000 Milligramme.

Nr. 1 erhielt diefelben Zufätze wie Nr. 2, mit Ausnahme der Salpeterfäure, war alfo mit feinem Stickſtoffbedarf nur auf die Atmoſphäre angewiefen, und brachte Ertrag an trockener Pflanzenmaffe 1.053 Milligramme. Nr. I a) erhielt diefelben Zufätze wie Nr. 2, mit Ausnahme der Phosphor­fäure, und brachte Ertrag an trockener Pflanzenmaffe 1377 Milligramme.

b) Sommerrübfen.

Die Nummern 3 bis 8 erhielten als Nährstoffzufatz auf 1000 Theile Sand gleichmässig o 047 Theile Kali, 1000 Theile Kalk, o'oro Theile Magnefia, o 053 Theile Phosphorfäure, o 020 Theile Schwefelfäure und aufserdem als Stickftoff­nahrung noch:

Nr. 3

0.082

Die producirte Ernte­

maffe wog trocken:

68 Milligramme

3500

pro 1000 Theile Sand falpeterfauren Kalk

Stickftoff

Theile

-

Theile

Nr. 4 Nr. 5 0 164 Nr. 6 0 246 Nr. 7 0410 Nr. 8 0.656

99

"

"

F

0014 0.028 0.042

"

7000

IIOOO

0.070

18000

F

"

O'112

"

"

25900

"