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Dr. C. Theodor von Gohren.
Altmorfchen, die Verfuchsftation für den Regierungsbezirk Kaffel, 1857 von dem landwirthschaftlichen Centralvereine für Kurheffen gegründet, verfügt über eine jährliche Dotation von circa 2200 Thaler. Die Station ift zunächst beftrebt, die praktifchen Bedürfniffe der Landwirthschaft zu erfüllen und ihre Thätigkeit erftreckt fich in erfter Linie auf Düngercontrole, Unterfuchung von Futter- und Düngemitteln etc. Die wiffenfchaftliche Thätigkeit ift auf eine genauere Erforschung der phyfikalifchen und chemifchen Eigenſchaften der im Regierungs. bezirke Kaffel vorzugsweife auftretenden Bodenarten gerichtet; es wird die Verwitterungsfähigkeit der bodenbildenden Gefteine, ihre Zerfetzbarkeit durch Ammonfalze, Kalk etc., durch den Einfluss der Vegetation geprüft; es wird ferner der Einflufs des Bodens auf die Zufammenfetzung der Ernten der verfchiedenen Culturpflanzen ermittelt, der Einflufs beſtimmter Düngergemifche auf die Erhöhung der Erträge und auf die Veränderung der Zufammenfetzung der Ernten und insbefondere ihrer Afchen ftudirt etc. In der Weltausftellung war Altmorfchen durch nachftehende Objecte vertreten:
Auf zwei grofsen, unter Glas und Rahmen gebrachten Pappen waren landwirthschaftliche Cultur- und forftliche Gewächfe im getrockneten Zuftande aufge klebt. Diefe Pflanzen waren in Sand aus unverwittertem Geftein gezogen und follten das den Pflanzen in verfchiedenem Grade eigenthümliche Vermögen, die Gefteine aufzufchliefsen, zur Anfchauung bringen. Das Gedeihen der Pflanzen oder die Production an Pflanzenmaffe gaben den Mafsftab für den Einfluss der betreffenden Pflanze ab, das Geftein zur Verwitterung zu bringen und deren Beftandtheile fich zu eigen zu machen. Die Extreme diefes Vermögens waren einerfeits durch Lupinen- und Akazienpflanzen mit der üppigften Wurzelentwicklung und bezweigt mit reichlichem Fruchtanfatz anderfeits durch Hafer-, Buchweizen- und Fichtenpflanzen dargestellt, welche die dürftigfte Entwicklung zeigten, und es zu Pflänzchen gebracht hatten, die offenbar nur das Product der im Samenkorn aufgefpeicherten Nahrung waren.
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Weiter waren ausgeftellt zwei Photographien des zur Anftalt gehörigen, durch feine Conftruction bemerkenswerthen Culturhaufes. Die Culturhäufer, mit welchen die meiften der deutfchen Verfuchsftationen verfehen find, follen den Pflanzen als Verfuchsobjecten einen Standort gewähren, der hinfichlich der Einwirkung des Lichtes, der Luft und theilweife auch der Feuchtigkeit den natürlichen Verhältnifsen angepafst ift; die Pflanzen follen möglichft in freier bewegter Luft vegetiren. Gleichzeitig follen die Culturhäufer den Pflanzen Schutz gegen feindliche Einflüffe, gegen den nachtheiligen Einfluss einer zeitweife ungünftigen Witterung gewähren. Die Vegetationshäufer der Stationen Dahme, Hohenheim, Tharand, find aus Glas conftruirt und haben Schienenftränge, auf welchen tifchförmige Wagen mit den Verfuchspflanzen in's Freie gefchoben werden können. Diefe Häufer leiden an mangelhafter Ventilation und an naturwidriger Erhöhung der Temperatur, welche Mängel bei ungünftiger Witterung, wo die Pflanzen innerhalb des Haufes ftehen müffen, fühlbar werden. Das Altmorfchener Culturhaus hat Wände von Drahtgeflecht und ein aus beweglichen Fenftern beftehendes Dach. Bei regenfreiem Wetter kann das ganze Dach fowohl als einzelne Fenſter desfelben geöffnet werden. Bei Regenwetter wird das Dach gefchloffen; das Drahtgeflecht geftattet auch bei gefchloffenem Dach ungehinderten Luftwechfel, fo dafs die Luft bezüglich ihrer Dunftſpannung, ihres Feuchtigkeitsgehalts und ihrer Temperatur mit der aufserhalb des Haufes übereinstimmt.
Als eine für Lehr- und Unterrichtszwecke werthvolle Inftitution mufs weiter das königliche landwirthfchaftliche Muſeum in Berlin, bezeichnet werden. Das Muſeum wurde 1868 in einem proviforifchen Local eröffnet und verdankt feine anfänglichen Sammlungen zum gröfsten Theil der Parifer Ausftellung von 1867. Gegenwärtig fteht ein Neubau in ficherer Ausficht. Das Muſeum reffortirt direct vom Minifterium für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten; Zweck deffelben ift die Förderung der Landwirthschaft a) durch Vorführung guter