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Beiträge zur Geschichte der Preise : (Additionelle Ausstellung Nr. 5) ; Bericht / von Carl Theodor von Inama-Sternegg
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Beiträge zur Gefchichte der Preife.

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Einleitungen oder Schlufsworte vervollſtändigt wurden. Es läfst fich aber doch auch hier eine Grenze ziehen, ähnlich wie in der Induftrie zwifchen Rohftoff und Halbfabricat, wo ja auch von letzterem erft gefprochen wird, wenn irgend ein neues technifches Princip der Bearbeitung Anwendung findet, wodurch diefelbe über die blofs äufserliche Formung des Rohftoffes hinausgeht. Der Vollständigkeit halber wollen wir aber, fo weit diefs nicht im Vorgehenden fchon gefchehen ift, doch auch diefe erften Operationen der Syftemifirung, Durchfchnittsberechnung und Reduction kurz berühren, bevor wir über die eigentlichen preisgefchichtlichen Halbfabricate( sit venia verbo) berichten.

In Bezug auf die Anordnung des Stoffes hatten fchon die Special­programme der kaiferlichen Commiffion Directiven gegeben, die freilich mit ein­ander nicht im vollſtändigen Einklange waren. Während das allgemeine Programm vom 16. September 1871 von den bedeutendften Productionsgebieten die Preife der wichtigeren Artikel möglichft weit zurückreichend und nach fünfjährigen Durchfchnitten neben einander gereiht, unter gleichzeitiger Vorlage von Muftern und Proben verlangte, präcifirte das Specialprogramm vom 30. December 1871 als Gegenftände diefer additionellen Ausftellung: 1. Die Preisangaben der für den Verkehr des betreffenden Landes wichtigften Artikel; 2. die Angabe der gleich­zeitig beftandenen Lohnhöhe für gemeine Arbeit; 3. die Angabe des Preifes der im gleichen Zeitraume meift verbrauchten Brotfrucht; 4. die Anführung fchrift­licher Erklärungen der von 2 bis 3 angeführten Daten und des Grundes ihrer Veränderung. Es ift daraus erfichtlich, dafs von Anfang an fchon mehr an eine Bearbeitung preisgefchichtlichen Materials, als an eine blofse Anordnung des­felben gedacht war, und, fo richtig auch der darin ausgefprochene Gedanke fein mochte, dafs diefe Combination die jeweilige Kaufkraft des Geldes anzeigen könne( freilich nur mit Vorbehalt), fo erwies fich denn doch bei der Ausführung diefes Programmes gar bald, dafs zunächft befcheidenere Ziele, diefe aber auf breiteren Bahnen verfolgt werden müfsten, bevor man zu einer begründeten und ftreng kritifchen Prüfung des wechfelnden Preisftandes" gelangen könne.

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Diefem Bedürfniffe Rechnung tragend, entwarf denn Dr. E. Schebek für die Mitarbeiter an der Prager Collectivausftellung ein eigenes Programm, in welchem alle Preisangaben und nur Originalzahlen für zuläffig erklärt wurden, wodurch fowohl für möglichft viele Verkehrsgüter vollständige Preisreihen als auch insbefondere lauter unverfälfchte, durch keine Umrechnung in ihrer un­mittelbaren Glaubwürdigkeit getrübte Angaben erhofft werden konnten. Es war eine richtige Erwägung, dafs es zunächft auf Richtigkeit des Bildes, nicht auf frappante, gemeinfafsliche Schauftellung ankomme, und dafs Durchschnitts­berechnungen und Reductionen nur dann von wahrem Werthe feien, wenn die Rechenoperationen an der Hand der Originalzahlen controlirt werden können. Zwar läfst fich nicht verkennen, dafs die einzelnen Preisartikel für die allgemeine Wirthfchafts- und Culturgefchichte und ihre theoretifche Verwerthung von fehr ungleichem Gewichte und eine Ausfcheidung der wichtigeren von den unwichti­geren Gegenftänden, die aber nur immer für kleinere Gebiete gemacht werden kann, möglich, und zur Befchleunigung der Arbeiten fogar räthlich fei; aber fo lange hier nicht mit grofser Sach- und Ortskenntnifs Normen für weitere Quellen­forfchung aufgeftellt find, war es jedenfalls das einzig Richtige, unterfchiedslos zur Sammlung aller Preisangaben aufzufordern, da ja dadurch erft ein ficheres Urtheil über die gröfsere oder geringere örtliche Bedeutung der einzelnen Preis­artikel zu gewinnen war.

Leider find in Bezug auf die Durchfchnittsberechnungen ähnliche Directiven weder von der kaiferlichen Commiffion, noch von der Prager Handels­kammer aufgeftellt worden, was freilich bei dem noch immer controverfen Stande diefer theoretifchen Frage begreiflich, aber auch Veranlaffung war, dafs in dilet­tantifcher Weife und ahnungslos Durchfchnitte aus blofsen Minimal- und Maximal­ziffern, aus ungleich langen oder lückenhaften Perioden berechnet wurden, die