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Beiträge zur Geschichte der Preise : (Additionelle Ausstellung Nr. 5) ; Bericht / von Carl Theodor von Inama-Sternegg
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Dr. Carl Theodor von Inama Sternegg.

Eintheilung der Perioden bald von 1 bis 10, bald von o bis 9, bald von ganz be­liebigen Jahren ausging, fo dafs eine Vergleichung der Durchfchnittsziffern ver­fchiedener Elaborate nur in feltenen Fällen möglich war. Das arithmetifche Mittel fand ausnahmslos allenthalben Anwendung; man unterfuchte nicht einmal probe­weife den Werth des geometrifchen oder harmonifchen Mittels für die Preis­gefchichte, obwohl der allen Fachmännern bekannte Streit, welches Mittel den Vorzug verdiene, bisher weder entfchieden ift, noch auch ohne Weiteres zu Gunften des einfachften und geläufigften arithmethifchen Mittels entfchieden werden kann. Auch in Betreff der Zahl einzelner Preisangaben, aus welchen Durchschnitte berechnet wurden, fand keiner bei Uebereinftimmung ftatt; Durchfchnitte aus den Preifen vieler Standorte wurden neben folche von einigen wenigen Orten zur Ver­gleichung geftellt; abnorme Jahre bald ausgefchieden, bald in die Berechnung eingezogen, und durch alle diefe Verfchiedenheiten in der Methode der Durch­fchnittsberechnung entstand denn begreiflicher Weife eine folche Ungleichheit in der wahren Bedeutung und in dem inneren Werthe diefer Durchfchnittszahlen, dafs man die Refultate, wenn auch nicht geradezu als vergebliche Arbeit, fo doch jedenfalls nur als eine vorläufige Feftftellung, keineswegs aber als definitive, fofort weiter zu verwerthende Grundlage für die Preisgefchichte der einzelnen Länder, am wenigften aber für die vergleichende gefchichtliche Statiſtik be­trachten darf.

Ungleich mehr Vorficht und Bedacht zeigt fich im Allgemeinen bei den Reductionen alter Mafs-, Gewichts- und Geldangaben, wie denn überhaupt diefe Seite zu den gelungenften der ganzen preisgefchichtlichen Ausftellung ge­hörte. Die Reduction alter Mafs- und Gewichtsangaben bietet allerdings überhaupt wenig Schwierigkeiten, da man es hier mit Gröfsen zu thun hat, welche weder fo wechfelnd, noch fo unficher in ihrer Beftimmung find, als dies bei den Geld­angaben der Fall ift; aber auch in Bezug auf diefe letzteren hat die Ausftellung vieles Vortreffliche, ja geradezu Unschätzbare geliefert. Befonders für Oefterreich find durch das Zufammentreffen mehrerer gründlicher Arbeiten die Geldverhältniffe der letzten hundert Jahre wohl fo klar gelegt, dafs einer jeden Reduction älterer Preisangaben auf die gegenwärtige öfterreichifche Währung künftig alle Schwierig­keiten und Hinderniffe aus dem Wege geräumt find. Von den Mitarbeitern an der Prager Collectivausftellung haben vor Anderen verdienftvoll gearbeitet: Der fürftlich Auersperg'fche Gutsverwalter Jofef Holešovský in Zleb, welcher bei feinem Ela­borate den Curs der Bankozettel von 1799 bis 1818 vorgemerkt hat, ferner A. Freiherr v. Weyhe- Eimke in Náchod, mit feinen Reductionstabellen über Preife verfchiedener Gegenftände von 1634 bis 1872 in öfterreichifche Währung, fodann der gräflich Thun zu Hohenftein'fche Directionsadjunct Guftav Welz in Rothen­haus in einem Rückblicke auf die Entwicklung des Rechnungswefens und auf die Münz-, Mafs- und Gewichtsverhältniffe, die gräflich Thun- Hohenftein' fche Domänen­Centraldirection in Prag in einer vergleichenden Aufftellung der verfchiedenen Währungen, Mafse und Gewichte, das Consorzio agrario di Trento in Anmer­kungen über Münz-, Mafs- und Gewichtswefen; befonders aber Baron A. Steiger und Dr. E. Schebek in Prag felbft. Letzterer hat in einer( feinem Ka­taloge als Beilage E beigegebenen) Reduction der Urban'fchen Tabellen aus Prag ( fiehe oben) fich die Grundlage zu weiteren intereffanten Bearbeitungsverfuchen gefchaffen( fiehe unten) und fowohl den Curs der Bankozettel und der Wiener Währung im Verhältniffe zur Conventionsmüuze, als auch den Stand des Silber­agios von 1848 bis 1872 mitgetheilt; erfterer hat fich gleichfalls in diefem Kataloge ( Beilage B) über alte böhmifche Geldwährung und neuere öfterreichiſche Wäh­rungen verbreitet; in letzterer Richtung brachte er eigene Reductionstabellen für Bankozettel( 1799 bis 1811), Einlöfungsfcheine( 1811 bis 1818) Wiener Währung und Conventionsmünze( 1818 bis 1858), fowie öfterreichifche Währung auf effectiv Silber; in erfterer Richtung verfuchte er den reellen(?) Werth der alten böhmifchen Geld­währung zu ermitteln, wofür er freilich beffer und auch für feine eigene Arbeit