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Persien : Bericht / on J. E. Polak
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Perfien.

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kann ein jedes Handwerk üben und eine Werkstätte eröffnen, doch um fein Hand­werk gut zu üben, mufs er fich dem Zwange des Lehrlings und Gefellen fügen. Aufserdem befteht in jeder Stadt für jedes Handwerk eine Gilde, welcher ein Mann nach freier Wahl vorfteht und die Differenzen zwifchen Arbeitgeber und Nehmer ausgleicht. Trotz des Grundgefetzes der Freizügigkeit gilt es als Regel, dafs gewiffe Handwerke und Fertigkeiten fich an gewiffe Städte durch Jahrhunderte halten, welche entweder wegen Billigkeit des Materials oder der Beithaten bei der Verarbeitung fich dazu am beften eignen, oder wo wegen früherer Traditionen Kunftgriffe und Handwerk fich leichter erlernen. Durch das durchfchnittliche geringe Betriebscapital und das frühe Heiraten befchränkt fich die Freizügigkeit meift von felber.

Von Metallarbeiten werden gute Waagen in Kafwin, Flinten, Piftolen und Säbel, Meffer, Scheeren, nach europäiſcher Imitation in Isfahan gefertigt, kupferne und meffingene Gebrauchgegenftände in Kafchan, wo an 400 Kupfer­fchmiede exiftiren, deren Arbeiten weit ins Land kommen. Auch Isfahan macht. gute Kupfergeräthfchaften. Goldgefchmeide und Silbergefchirre wer­den nett und am beften in Schiraz gearbeitet, befonders fchöne Narghiles und Caffeegefchirre, doch wird felten etwas Künftlerifches in diefen edlen Metallen gefördert, was auch darin feinen Grund findet, dafs jede Arbeit nach dem Gewichte des Edelmetalles, nicht nach dem Stück bezahlt wird. Eine Ausnahme bildet die Stadt Sendfchan, wo fehr gefchmackvolle, durchbrochene und Filigranarbeit ( Malilekar), künftlerifch verfertigt wird. Vorzügliche Arbeiten findet man im fogenannten Damascenerftahl, der noch in Choraffan, Schiraz und Isfahan bereitet wird. Die Waffen aus diefem Material, krumme und gerade Dolche, Säbel, Streitäxte und Kolben, Flammberge, Säbel mit gegen die Spitze getheilter Klinge ( Sulfagor), Flintenläufe, Lanzenfpitzen, Rüftzeuge wie Panzer und Schienen erfreuen fich eines Weltrufes. Die zarten Cifelirungen in Blumengewinden um arabifche Infchriften mit Benützung von eingelegtem Golde erhöhen noch den Werth diefer koftbaren Stücke, fo dafs der Preis eines Säbels oft auf 500 Ducaten fteigt. Ebenfo gefchmackvoll und künftlerifch find die Broncen mit den feinften Cifelirungen auf Vafen, Trinkfchalen, Bechern u. f. w. Eine fchöne Collection ähnlicher Geräthe fand fich in der Wiener Weltausftellung und wurden auch als Mufterftücke für das hiefige Muſeum für Kunft und Induftrie angekauft. Die Kunft des Emaillirens( mina), uralt im Lande, ift noch in einigen Städten, fo in Schiraz und Isfahan, in frifcher Kraft, die Lebhaftigkeit, Frifche und Glanz der Farben zeichnen die Erzeugniffe aus. Auch von diefen fanden fich einige Exemplare in der Ausftellung. Die Kunft der Fayence ift ebenfalls feit undenklichen Zei­ten dem Lande eigen, die Bekleidung des Innern einiger Mofcheen in Isfahan und der Kuppeln mit Fayenceziegeln erfreuen das Auge durch die Lebhaftigkeit der Farbe und Correctheit der Zeichnung; befonders gelungen find die Farben in Türkifen- und Kobaltblau und in Gelb. Mit den Perfern wurde diefe Kunft in alle mufelmanifchen Länder getragen, auch in den Kaukafus, wo überall noch Stücke alter Meifterfchaft perfifcher Abftammung zu finden find. Auch jetzt werden noch in Kafchan hübfche Arbeiten geleiftet, doch mit den alten können fie fich nicht meffen. Die vielen Bürgerkriege des vorigen Jahrhundertes waren überhaupt der Kunft abträglich, weil viele Städte geplündert und die Bürger getödtet oder zer­fprengt wurden, wodurch die Traditionen mehrhundertjähriger Erfahrung und Kunftfertigkeit verloren gingen und durch Extermination fich nicht fortpflanzen konnten. Aehnliches ereignete fich in Deutfchland während des dreifsigjährigen Krieges. Von Töpferwaaren zeichnen fich die Alcarazasgefäfse, vorzüglich die von Kum, durch ihre Porofität, durch Eleganz der Formen, Leichtigkeit, die feinen blumigen oder fpitzenartigen Verzierungen und befondere Billigkeit aus. Die Glasfabrication erzeugt nur einige Gebrauchsgegenstände, befonders ftarke kalabaffenartige Flafchen, auch gefärbte Gläfer, ift daher von keiner Bedeutung obwohl die Regierung viel Anftrengung machte, durch Berufung franzöfifcher

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