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Persien : Bericht / on J. E. Polak
Entstehung
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Perfien.

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Von Erzen waren nur einige Bleiglanze, Kupferkiefe und Aurepigment, und zwar in fchlechten Exemplaren vorhanden. Foffile Kohle und Erdpech, fowohl von dem aromatifchen( Mumia) als auch von dem gewöhnlichen, wurden von den reichen Lagern ebenfalls in ungenügender Qualität eingefchickt.

Im Ganzen würden wir durch das vorgelegte Material geneigt fein, ein an mineralifchen Producten fehr armes Land vor uns zu fehen, wenn wir nicht durch Forſchungen europäiſcher Fachmänner fchon jetzt vom Gegentheil über­zeugt wären.

II. Gruppe.

Etwas reicher war diefe Gruppe, Producte der Landwirthschaft, der Thier zucht, der Forft- und Gartenwirthfchaft, vertreten. Wir fanden hier Weizen von mehreren Sorten und Gegenden, vom Winter- und Sommerbau, der fehr mehl­reich und fchwer ift. Gerfte jedoch, welche vorzüglich und reich gedeiht, und das ausfchliefsliche Körnerfutter für Pferd, Efel und Maulthier bildet, war nur in einem fchlechten Mufter( Varietät, fchwarze Gerfte) eingefchickt. Obwohl leichter im Korn, wird diefe Varietät wegen des reichlichen Ertrages als Viehfutter häufig angebaut. Beffer waren die Reis forten gefchält und ungefchält( Scheltuk), ausgeftellt. Wir fanden eine der vorzüglichften Sorten in dem fogenannten Tfchampé von Schiraz, und in dem für das Nationalgericht Pillaw fo beliebten Amberbu von Mafanderan, mit welchem auch die Hauptftadt faft ausfchliefslich ihren Bedarf deckt. Auch andere, minder beliebte fchleimige und ftark aufquellende Sorten waren unter den Muftern. Von Mais war nur ein Exemplar fehr mittlerer Qualität vorhanden, auch ift der Anbau diefer Fruchtgattung fehr gering und vernachläffigt. Ebenfo ift Dura­Hirfe, Sorghum, nur auf die Küftenftriche des Cafpifees, befchränkt, daher auch von dort das eingefchickte Mufter. Einen wichtigen Beftandtheil der Volksnahrung bilden die verfchiedenen Leguminofen früchte, befonders die Küchenerbfen, die verfchiedenen Bohnen, die Faseolus mungo, die Linfen; von allen diefen waren Exemplare, obwohl nicht erfter Qualität in der Sammlung, ebenfo zwei Lathyrus­arten von Kirmanfchah zum Viehfutter.

Von den vortrefflichen, im Lande gedeihenden Gemüfen find die Samen, und zwar im guten, keimungsfähigen Zuftande eingefchickt worden; von verfchie­denen Lactucaforten, von der in Perfien fo vorzüglichen, nicht bitteren Eierfrucht ( melanogena), von Möhren, Fenchel, Dill, Coriander, fchwarzem und grünem Kümmel( carum nigrum et virescens), von Rettich, Gartenkreffen, der Berg­zwiebel( allium ampeloprasum), Spinat, rothen Rüben( beta) und Gurken.

Bei dem Reichthume an Kernobft und getrockneten Früchten, Roobs und Conferven, welche auch eine lohnende Ausfuhr gewähren, hätten wir eine ausgiebigere Sendung aus verfchiedenen Gegenden gewünſcht, um ein voll­ftändiges Bild von der Production nach verfchiedenen Klimaten und Meereshöhen zu erlangen; doch wir fanden uns in der Erwartung etwas getäuscht.

Wir fahen nur mehrere Sorten Mandeln, vorzügliche Piftazien, mehrere Sorten Rofinen und Korinthen, die zu Conferven beliebten Berberisfrüchte, Aprikofen, Nüffe und confervirte Cedraten. Die im Lande fo wohl gedeihenden Cucurbitaceen find durch ihre Samen repräfentirt.

Nebft den gewöhnlichen Gewürzen aus der Familie der Doldenblüthen, war noch der Saffran von Choraffan, die gemahlenen Früchte von Rhus coriaria als Zufatz zum Braten, die Nigella und der weifse Mohn, Samen des Papaver orientalis, als Streugewürze auf Brotfladen, vorhanden.

Die öligen Samen waren durch Ricinus in mehreren Muftern, durch. Lein-, Sesam-, Eruca- und Baumwoll- Samen vertreten. Die Färbeftoffe waren durch vorzüglichen Krapp, Saflor, Henna, Indigofera, Delphinium camptocarpum und Kreuzbeeren, die Gärbeftoffe durch vier Gallenarten und Baft der kur­diftanifchen Eiche anfchaulich. Von Manna, Gummi- und Amylumftoffen fanden fich das Tragant- und Pflaumengummi, der vorzügliche Klebeftoff Serisch