40
D. J. E. Polak.
Da das Schuhwerk im Lande unter der Mittelmäfsigkeit fteht, wurde die Fufsbekleidung nur durch einige fchöne Sandalen aus Sendfchan, Priefterfchuhe aus Chagrinleder und durch die für Bergbewohner fehr geeigneten Giwèfchuhe mit comprimirten Baumwollftoff- Sohlen dargestellt.
VI. Gruppe.
Der Handel mit Fellen ift bei Weitem nicht fo ausgedehnt, als er es verdient, viel koftbares Material geht noch zu Grunde. Die fatalen Begriffe von religiös Reinem und Unreinem ftehen hindernd entgegen. So ift die Benützung der Felle von Hirfch, Reh, Steinbock, Gemfe, Gazelle und Argalifchaf verfchwindend gering. In der Sammlung fanden fich jedoch die Häute von Luchs, Fifchotter, Marder, wilder Katze, Fuchs und die fogenannten Aftrakan- Lammfelle von Schiraz und Kum. In letzter Zeit begann auf Anregung europäiſcher Kaufleute der Handel mit Schwan- und Mövenhäuten, aufserdem werden die fchillernden Köpfe von wilden Enten gegärbt und künftlich zu Pelz zufammengefügt, wovon auch Exemplare auf der Ausftellung zu fehen waren.
Leder als folches war gar nicht vertreten, obwohl das inländifche Chagrin- und Saffianleder und das mit bedruckten Muftern verfehene, wie es zu Tafchnerarbeiten Verwendung findet, gewifs eine Beachtung verdient hätte.
VII. Gruppe.
Die verhältnifsmäfsig ausgedehnte Metallinduftrie fand zumeift in Broncegefäfsen und Damascen- Stahlarbeiten früherer Zeit, Waffen und Rüftungen ihre Repräfentanten. Sie find wegen des feinen Materials, ihrer künftlerifchen Ausführung und Anwendung von fchönen Gravirungen und Goldtaufchirung fchon. vielfach bekannt und berühmt. Auch diefer fchöne Induftriezweig ift wegen der Concurrenz in Abnahme begriffen; fchöne Stücke werden nur auf Beftellung ausgeführt( fo die in vorzüglichem Stil gehaltene Bettelfchale aus Damascenftahl der Sammlung), die Meifter bilden nicht mehr wie früher einen kräftigen Nachwuchs. Von neueren Metallarbeiten für Gebrauchsgegenstände wurde nichts eingefchickt, obwohl die Kupfer- und Zinkarbeiten von Kafchan, die Stahlwaaren von Isfahan ( europäiſche Nachahmung von Federmeffern, Flinten, Piftolen etc.) immer eine Berücksichtigung verdient hätten. Von Silberwaaren find nur einige Filigranarbeiten von Sendfchan der Erwähnung werth, da die anderen Gebrauchsgegenftände aus edlen Metallen kaum über die Mittelmäfsigkeit fich erhoben.
VIII. Gruppe.
Beim Fehlen von Möbeln faft aller Art in der perfifchen Wohnung konnte natürlich die Holzinduftrie fich nicht entwickeln. Wir finden daher die Tifchlerei als primitivftes Handwerk, der künftliche Anftrich ift auch faft unbekannt. Nur in Schnitzereien in Birn- und Buxholz, auch auf Cocosnüffen wird Vorzügliches geleiftet. Es find wieder Blumen, Arabesken, Löwen und Hirfche, die in origineller Zufammenftellung fich gefällig präfentiren. Schön find auch die in geometrifche Anordnung verfchiedener Holzftücke geformten Couliffenfenfter, von denen zwei Stück, für den perfifchen Pavillon beftimmt, der Anficht vorlagen. Eine ähnliche Anordnung der Fenfter ift durch den ganzen Orient üblich, fie finden Anwendung in den fogenannten Mafchrubies Egyptens; doch ift die petfifche Arbeit die originellfte.
Als Nachahmung der indifchen und chinefifchen Kunft von Boule find auch in Perfien verfchiedene Gebrauchsgegenstände in Boule ausgeführt. Die netten geometrifchen Figuren, die Verfchmelzung von Horn, Bein, weifsem und gelbem Metall zeichnen die perfifchen Erzeugniffe aus. Diefe fo leichte Kunft