Dokument 
Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei : 1804 - 1904 ; [zur Feier des einhundertjährigen Bestandes der k. k. Hof- und Staatsdruckerei] / [Text.: Arthur Wilh. Unger...]
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen

it der Allerhöchsten Entschließung vom 24. Jänner 1841 wurde der Lehrer der italienischen Sprache an dem k. k. Lyzeum und an der ständischen Sprach­schule zu Linz, Alois AUER zum Direktor der k. k. Hof- und Staatsdruckerei ernannt* Geboren zu Wels am 11. Mai 1813, kam Auer mit 11V 2 Jahren zu einem Buchdrucker seiner Vaterstadt in die Lehre und arbeitete daselbst nahezu elf Jahre als Setzer und Korrektor; nebenbei widmete er sich dem Studium fremder Sprachen mit solchem Erfolg, daß er im Jahre 1837 mit Nachsicht der vorge­schriebenen Studien als Lehrer der italienischen Sprache angestellt wurde. Die Vereinigung fachtechnischer typographischer Kenntnisse mit linguistischem Wissen bedeutenden Umfangs erweckte in ihm den Plan zur Begründung eines grammatischen Universalsystems und zur Errichtung eines typographischen linguistischen Instituts. Durch Reisen, welche er im Jahre 1839 zum eingehenden Studium der bedeutendsten typographischen Anstalten des Auslands unter­nommen, in seinem Gesichtskreis erweitert, erbot er sich, als er den leitenden Posten der Hof- und Staatsdruckerei frei geworden sah, aus diesem Unternehmen ein hervorragendes polygraphisches Institut und eine Musteranstalt für typographische Arbeiten zu machen, welche durch Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse um geringe Preise, Erhöhung des schriftstellerischen Honorarsdurch Befreiung von der buchhändlerisch-spekulativen Oberherrschaft und damit im Gefolge durch Unterdrückung schädlicher Schriften dem Staate zum Ruhme und Vorteil gereichen sollte. Daß seine Bewerbung an maßgebender Stelle Gehör fand, hatte er dem ausgezeichneten Rufe zu danken, der ihm als Fachmann voranging, wie nicht minder dem vortrefflichen Eindruck, den sein von reichem Verstand und männlicher Tatkraft, gepaart mit jugendlichem Elan, zeugendes Wesen hervorrief.

ollte er, nun die Zügel der Anstalt in seinen Händen, die weitausgreifenden Ziele, die er sich gesetzt, wirk­lich zur Tat werden sehen, so mußte das Reform­werk mit der gänzlichen Umgestaltung des Vorge­fundenen Betriebs beginnen, um aus dem alten Unternehmen ein neues zu schaffen, das in seinen Sachmitteln allen, auch den höchsten Anforderungen der Zeit Genüge leistend, das Fundament zu bilden vermochte, auf dem er die Verwirklichung seines Programms aufbauen konnte. Mit rastlosem Eifer und aus dem unversieglichen Born seines prak­tischen Talents stets neue Ressourcen schöpfend, sollte es denn Auer auch gelingen, im Verlauf weniger Jahre die Staatsdruckerei auf

m