aber doch über den Rahmen ihrer eigentlichen Zweckbestimmung und Aufgaben hinausgingen» Da§ diese vorzugsweise Betätigung auf idealen Gebieten bei einem staatlichen Unternehmen, das in erster Linie praktischen Zwecken dienen sollte, zu Bedenken namentlich ökonomischer Natur führte, war eine Folge, die sich früher oder später geltend machen mu§te« Und so ergab sich, da§, als die Lage des Staatshaushalts dringend die möglichste Einschränkung der staatlichen Verwaltungsauslagen erheischte, auch bei der Hof- und Staatsdruckerei der Hebel zur weitestgehenden Restringierung der Betriebskosten angesetzt wurde» Zunächst wurde eine Einschränkung des Wirkungskreises der Anstalt durch Herausgabe einer neuen Amtsinstruktion, welche mit dem Jahre 1865 in Kraft trat, angebahnt« Dem folgte in Bälde eine drakonische Maßregel«
m 1» Oktober dieses Jahres wurde auf Grund eines Ministerratsbeschlusses verfügt, da§ die k» k» Hof- und Ararialstaatsdruckerei auf jenen Stand zu restringieren sei, den sie ursprünglich eingenommen; es sollte mit allen Arbeiten, die darüber hinausgingen, innegehalten, die Verlagshandlung aufgelöst,
_ _die Aufräumung des Vorrats eingeleitet werden»
Auch wurde erwogen, ob die Arbeiten der Anstalt nicht überhaupt lediglich auf die Herstellung der Kreditseffekten zu beschränken wären, was im Wesen einer Auflösung des Instituts gleichgekommen wäre» Die Einschränkung des Betriebs hatte namhafte Entlassungen von Arbeitskräften zur Folge; während die Anstalt zu Beginn des Jahres 1865 noch über nahezu 600 Bedienstete verfügte, war die Zahl der nicht stabil Angestellten um die Mitte des folgenden Jahres auf 409 gesunken* Hand in Hand mit diesen einschneidenden Veränderungen sollte sich auch in der Leitung der Anstalt ein Wechsel vollziehen» Nach mehrmonatlicher Beurlaubung, während welcher der Vizedirektor und frühere Direktionsadjunkt der Anstalt Karl Adam Kaltenbrunner die provisorische Leitung führte, trat Auer, der im Jahre 1858 zum wirklichen Hofrat ernannt und im Jahre 1860 in den Ritterstand mit dem Prädikate „von Welsbach“ erhoben worden war, am 28» März 1866 in den Ruhestand«
u seinem Nachfolger wurde mit der Allerhöchsten Entschlie§ung vom 13« Oktober 1866 der Direktor der „Wiener Zeitung“, k* k* Sektionsrat Dr* Anton BECK ernannt, und dieser bald darauf auch zum Hofrat befördert* Anton Beck, geboren zu Butsch in Mähren am 6* Jänner 1812, war nach Absol- vierung der juridischen Studien im Jahre 1837 bei
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