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Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei : 1804 - 1904 ; [zur Feier des einhundertjährigen Bestandes der k. k. Hof- und Staatsdruckerei] / [Text.: Arthur Wilh. Unger...]
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der Nachweis von Kenntnissen in den österreichischen Landessprachen verlangt wurde; späterhin, im Jahre 1877, wurde diese Institution wieder aufgelassen und die Ausbildung der Anstaltszöglinge der allgemeinen Fachschule für Buchdruckerlehrlinge überlassen« 9^2 er reiche Schat; an fremden Lettern bot der Hof- und Staatsdruckerei auch weiterhin vielfach Ver­anlassung, wissenschaftliche Werke sowohl für das Inland als auch für das Ausland zur Drucklegung zu übernehmen; von besonderer Bedeutung für die Anstalt waren die wiederholten ehrenvollen Auf­träge, mit welchen, zumal in den späteren Jahren, fremde Regierungen die Anstalt betrauten« Namentlich waren es KreditsefFekten, sowie Wertzeichen des postalischen und telegra­phischen Verkehrs, daneben auch Schulbücher und andere Druck­werke, welche für Persien, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Griechen­land und Montenegro, dann für das Fürstentum Liechtenstein in der Anstalt herzustellen waren; auf Wunsch einer englischen Firma wirkte die Staatsdruckerei im Jahre 1888 bei dem Druck von Dollarnoten für südamerikanische Staaten mit« Wie zu Auers Zeiten wurden Druckereien des Auslands mit sachgemäßer Unterstützung des Wiener Instituts eingerichtet, so die katholische Missionsdruckerei der Pro­vinz Schantung in China, eine katholische Druckerei in Seerd in Kurdistan, die Druckerei des Klosters S« Salvatore in Jerusalem, die Druckerei des Franziskanerkonvents in Mostar, 1871; daß die Staats­druckerei ebenso die Druckerei des k« u« k« Ministeriums des Äußern und im Jahre 1878 eine Felddruckerei, sowie im folgenden Jahre die Regierungsdruckerei in Sarajevo eingerichtet hat, sei hier gleichfalls

verzeichnet«

dministrative Umsicht sowie kluge Anpassung der Anstaltsleitung an die gegebenen Verhältnisse und die staatlichen Bedürfnisse der Staatsdruckerei brachten eine neue Epoche des Aufschwungs und der Blüte der Anstalt« Der Arbeitsumfang nahm stetig zu, die Anforderungen an die Leistungsfähig­keit des Unternehmens stiegen mehr und mehr, so daß es der intensivsten Ausnützung der gegebenen Betriebsanlage bedurfte, um mit der eingetretenen Entwicklung gleichen Schritt zu halten« Im Gefolge dieser Neubelebung ging die Vervollkommnung der Betriebsmittel; neue, ökonomische Vorteile bietende Pressen wurden beschafft sowie der Letternvorrat ergänzt und teilweise umgeändert; schon im Jahre 1870 war der Anstalt eine zweite lie­gende Dampfmaschine von 36 Pferdekräften zur Verfügung gestellt

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