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Die k. k. Hof- und Staatsdruckerei : 1804 - 1904 ; [zur Feier des einhundertjährigen Bestandes der k. k. Hof- und Staatsdruckerei] / [Text.: Arthur Wilh. Unger...]
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worden, neben der die alte stehende Maschine zur aushilfsweisen Verwendung beibehalten blieb; bald darauf erfuhr der Maschinen­bestand durch Beistellung eines zwölfpferdigen Lokomobils eine Erweiterung, im Jahre 1886 hielt mit der Einstellung zweier für die galvanoplastische Abteilung bestimmten Schuckertschen Dynamo­maschinen die elektrische Betriebskraft ihren Einzug in die Anstalt, im folgenden Jahre wurde die erste Rotationsschnellpresse aufgestellt«

s fand diese Entwicklung auch in der kontinuierlichen Vermehrung der Arbeitskräfte Ausdruck; der Per­sonalstand der Staatsdruckerei, welcher sich schon kurze Zeit nach Becks Leitungsübernahme wieder nahezu verdoppelt hatte, sollte in der Folge eine Höhe erreichen, wie sie selbst in der Glanzperiode der Fünfzigerjahre nicht zu verzeichnen war« Eine bemerkenswerte Neuerung war die seit dem Jahre 1867 in größerer Zahl geübte Verwendung weiblicher Kräfte für solche Arbeiten, die keine besondere physische Anstrengung beanspruchen« Bei diesem steten Anwachsen des Personalkörpers konnten die Räumlichkeiten des alten Druckereigebäudes mit der Zeit nicht mehr ausreichen und ergab sich die Notwendigkeit, einzelne Abteilungen der Druckerei außerhalb des Franziskanergebäudes unterzubringen« Im Jahre 1873, als die Druckarbeiten für die Wiener Weltausstellung die Tätigkeit der Staatsdruckerei in hohem Grade in Anspruch nahmen, wurde für diesen speziellen Zweck eine Filialdruckerei auf der Wieden, Obere Alleegasse, etabliert und um dieselbe Zeit eine weitere Filiale im Klostergebäude der Serviten in der Roßau eingerichtet, woselbst ein Dampfmotor mit 16 Schnellpressen zur Aufstellung gelangte; diese Abteilung wurde später in die Räume des alten akademischen Gymnasiums, Bäckerstraße, verlegt« Schon früher aber waren die Schriftgießerei und die für die Herstellung der Postwertzeichen bestimmte Abteilung in das Dominikanerklostergebäude übertragen worden, wie auch einige andere Abteilungen außerhalb der Zentrale in mehreren Gebäuden mietweise untergebracht worden waren«

o hatte sich die Hof- und Staatsdruckerei durch vornehmliche Verfolgung ihrer praktischen Nutz­zwecke materielle Selbständigkeit zu erringen ver­mocht« Dies gab ihr die berechtigte Grundlage zu regerer Betätigung auch im Dienste der Kunst« Besonders gefördert wurde das Institut in seinem Streben nach erhöhter Pflege der graphischen Kunstzweige durch die im Jahre 1885 erfolgte Berufung zur Druckherstellung des PrachtwerksDie österreichisch-ungarische

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