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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Förderung des Unternehmens durch die sächsische Staatsregierung bei­getragen hatte; im Vordergrunde aber steht als eigentlicher Leiter der Leipziger Albert Dufour- Feronce, der Großvater des Mitheraus= gebers Albert Dufour- Feronce, dessen Tätigkeit für das große Werk, dessen universellen Blick wir in seinen Briefen mit steigender Bewun­derung verfolgen. So haben sich Sohn und bezw. Enkel verbunden, um einen Akt der Pietät gegen ihre Vorfahren zu vollziehen. Sie glauben, damit aber auch eine patriotische Pflicht zu erfüllen, indem sie der Dergessenheit entreißen, was in unserm Leipzig und in deutschen Landen für die unter der Firma Lesseps gehende weltgeschichtliche Tat ge= schehen ist, und welchen geistigen und materiellen Anteil die Deutschen an ihr gehabt haben. Besonderer Dank gebührt aber auch der mutigen und tapfern Tochter Negrellis, Frau Groiß, geb. von Negrelli, welche mit bewundernswerter Beharrlichkeit für das Andenken ihres Vaters eingetreten ist, und der wir die meisten der publizierten Urkunden verdanken. Nach drei Richtungen soll sich unser Dank auch im Bilde darstellen, indem wir die Bilder von Enfantin*), Arlès- Dufour, Dufour­Feronce, Georgi und Negrelli den Urkunden voranstellen.

Die letzteren bedürfen, zumal wenn man die vorerwähnte Broschüre zur Hand nimmt, eigentlich keiner Erläuterung; es mögen nur, da die Suezkanalfrage ein Glied der großen Frage des Verhältnisses der Großmächte zur Türkei bildet, einige kurze Bemerkungen hierüber vorausgeschickt werden.

Wenn man die Geschichte der Türkei seit dem Siege der Reform im Jahre 1826, von der Vertilgung der Janitscharen bis zum Tode Machmuds II. und weiter von der Thronbesteigung Abdul Medjids bis zum Pariser Traktat von 1856, wie sie in der Staatengeschichte der neuesten Zeit von Dr. G. Rosen in trefflicher Weise uns erzählt ist, und von da weiter bis zur Gegenwart überblickt, so gewinnt man den Eindruck, daß für die Geschicke der Türkei wesentlich mit ent­scheidend ist der Kampf der Großmächte untereinander um den be= herrschenden Einfluß auf der Balkanhalbinsel. Am konsequentesten ist dabei zweifellos Rußland immer vorgeschritten, welches seit der Thron­

*) Die beiden Bilder Enfantins wurden durch die Güte des Geschichtsschreibers Herrn Fund- Brentano, mütterlicherseits Großneffe von Clemens Brentano, Konser­vator an der Bibliothek beim Arsenal in Paris, uns überlassen. Die Originale befinden sich in einem kleinen Saale, der nur Andenken, Bilder und Büsten von Enfantin enthält, das eine, nach einem kleinen Ölgemälde, zeigt ihn aus seiner ägyptischen Zeit, das andere im Alter. Wir sagen Herrn Fund- Brentano auch hierdurch verbindlichen Dank.