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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Meer geleitet würde, sondern nur zwei etwa 8 Meilen lange Strecken, wovon die eine bei Suez selbst, die andere bei Tineh, zu durchstechen wären; das übrige zwischen diesen zwei Durchstichen befindliche Land war einst ohne Zweifel vom roten meer bis am Birabon besetzt und die dem Plane beigefügten Niveau- Coten zeigen, daß nach bewirkten Durchstichen sich die beiden Meere an diesem Punkte begegnen und die ganze Strecke von Suez bis Tineh durch das Wasser der beiden Meere die Gestalt, welche im Plane durch die Klappe versinnlichet ist, ein­nehmen würde.

Der erste dieser zwei Durchstiche fände an der Stelle bei Suez statt, wo dereinst Moses seinen Rückzug aus Egypten bewirkte, und der zweite wurde schon durch Darius und selbst durch die Ptolemäer wie zahlreiche Ueberreste der dereinst bewirkten Arbeiten bekunden, versucht.

Auch die Ueberbleibsel des, von den Pharaonen versuchten Canals zur Verbindung des Nils mit dem roten Meere sind im Plane ersichtlich gemacht und es wurden dieselben dazu benutzt, das Nilwasser bis in die Gegenden von Suez zu leiten, die Sandflächen damit zu befeuchten, und zugleich die Ostindienfahrer in der sichern Bucht am Tiensah- See mit frischem Wasser zu versehen.

Der gegen 9 meter betragende Unterschied der Höhe zwischen dem mittelländischen und dem roten Meere würde mittelst zwei Schleußen ausgeglichen und der Zug, den die Wässer vom roten zum mittelländischen Meere bei offenen Schleußen nehmen würden, wäre zugleich das Mittel, allfällige Sandanhäufungen von 3eit zu 3eit auszuspülen. Um die Einfahrt in den sich durch die Durchstiche bildenden Bosphorus von Seite des mittelländischen Meeres aus zu erleichtern und die Anhäufung des Sandes an der Mündung zu verhindern, würde ein Damm gleich dem Molo von Denedig bis zu einer Wassertiefe von 27 Fuß in das Meer vorgeschoben werden, welche Wassertiefe dann bis zum roten Meere als Minimum angenommen ist und somit für alle Gattungen Ostindienfahrer genügend sein würde.

Die Summe, welche zur Durchführung obiger Werke erforderlich sein dürfte, kann dermalen und vor dem Zusammentritte der berufenen Experte nicht mit Verläßlichkeit angegeben werden, doch dürfte dieselbe 45 millionen franz. Franken kaum übersteigen.

Eure Excellenz mögen daraus ersehen, daß zur Aufbringung dieses Capitals die Hilfe Englands nicht unmittelbar notwendig ist und daß eine Gesellschaft deutscher Capitalisten, wenn auch mit 3uziehung fran­zösischer und englischer Geldkräfte, Angesichts der politischen Schwierig­