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wieder heraustönnen und leicht auf Sandbänke geraten. Es ist nun beabsichtigt, auf der Westseite der Ausmündung des Canals einen Damm( Mole) von bedeutender Länge und Stärke in die See zu führen, hinter welchem die Schiffe Schutz gegen die gefürchteten Weststürme finden und gleich, ohne vor Anker zu gehen, in den Canal einlaufen werden. Die Strömung des Canals wird durch den Damm geleitet den Triebsand mit sich wegführen und teils vor sich hin in die tiefere See teils auf die Ostseite ablagern, so daß sich eine gute Einfahrt in den Canal für Schiffe aller Größen ohne kostspielige Bagger Arbeiten von selbst ergeben dürfte. Auf der Südseite wird die Strömung das Fahrwasser ebenfalls vertiefen, den Sand welcher die Anfahrt bei Suez erschwert mit sich fortreißen und denselben in den Niederungen des zu bildenden Binnen- Meeres, wo die Strömung unmerklich sein wird, absetzen.
Dem Mangel an trinkbaren Wasser und an allen andern Lebensmitteln für die an den Canal Arbeiten anzustellende Bevölkerung, welcher sehr fühlbar sein wird, da die ganze circa 30 Stunden lange Linie ununterbrochen durch die Wüste gehet, abzuhelfen, ist nicht schwer. Es bestehet nämlich ein alter Canal welcher sich von dem östlichsten Arme des Nils bis an einen, mitten in dem Becken der Landenge gelegenen See Timsah erstreckt dieser Canal ist zwar verfallen, demungeachtet aber auch jetzt während der Ueberschwemmungszeit mit süßem Wasser angefüllt; mit mäßigen Kosten ist der= selbe wieder in Stand zu setzen, so daß er zu allen Zeiten mit Wasser gefüllt und für Kähne schiffbar bleibe. Das mehrerwähnte zu bildende Binnen- Meer wird der natürliche Hafen, in welchem alle Schiffe ankern, sich mit Wasser und Vorräten aller Art versehen, auch die vom innern Egypten kommenden zu verschiffenden Producte laden werden, daher wird der erwähnte Süß- Wasser- Canal der schon während des Baues unabweislich nötig ist nach Eröffnung des Canals über die Landenge von der größten Wichtigkeit bleiben.
Einige bedeutende Dammarbeiten werden auf der westseite des Canals und des Bosphorus erforderlich werden um die niederigen Teile Egyptens vor Ueberschwemmungen mit Seewasser zu sichern, besonders im ersten Augenblicke wo das Wasser eingelassen werden wird; diese Eventualitäten sind aber alle mit großer Umsicht vorausgesehen, wozu in Egypten die Mittel auch zur Hand sind wie in den meisten andern Ländern, weil die Ueberschwemmungen des Nils alljährlich beobachtet werden und Erfahrungsmäßig praktische Nivellements der unbekannten Gegenden liefern.