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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Bericht des Ingenieurs Jaßnüger an Negrelli.

prs. am 9. Juni 1847. Alexandrien, den 26. April 1847.

Euer Hochwohlgeboren!

Mit Beziehung auf mein letztes Schreiben vom 13. April erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren ergebenst anzuzeigen, daß ich nach der Aufforderung Mehemed Ali's am 14. d. mts. Alexandrien mit einem Empfehlungsschreiben von Herrn v. Laurin an den oestreichischen Vice­Consul in Cairo H. Champion versehen, verließ. Am 15. kam ich nach Cairo und suchte noch an demselben Tage den Vice- Consul auf, traf ihn jedoch nicht zu Hause. Am 16. traf ich ihn und machte in seiner Begleitung meine Aufwartung bei Herrn Linant Bei. Ich überreichte demselben das Empfehlungsschreiben von E. Hochwohlgeboren und er empfing mich sehr freundlich. Nachdem er nur sehr wenig über die Angelegenheit des Kanals gesprochen hatte, es waren mehrere Herren vom Hofstaate des Dice- Königs gegenwärtig, wendete sich das Gespräch auf allgemeine Gegenstände. Es war Lambert Bei und Ettem Bei, der Präsident der Bildungsanstalten und der Minister der öffentlichen Arbeiten unter den Anwesenden. Beide unterhielten sich längere Zeit über den Nildammbau, auf den sie den höchsten Wert legen. Linant Bei erklärte sich bereit mich in Begleitung des Vice- Consuls der als Dollmetsch dienen sollte, dem Pascha vorzustellen. Am 17. fuhr ich mit den genannten beiden Herren nach Schubra dem Aufenthaltsorte des Paschas. Erlauben Ew. Hochwohlgeboren, daß ich hier ganz aus= führlich werde. Auf dem Wege hatte Herr Linant Bei die Gefälligkeit mich zu unterrichten, wie ich mit dem Pascha zu unterhandeln habe, um ihn für mich zu stimmen. Er versicherte, daß es der unumstößlich feste Wille des Pascha's sei, den Canal selbst zu bauen und daß es wohl niemand wagen dürfe, auch nur mit einem Worte zu erwähnen, daß sich eine Privatgesellschaft gebildet habe, die den Canal bauen wolle, oder daß derselbe von einer Regierung projektiert werde. Jede derartige Voraussetzung brächte ihn in die unserer Unternehmung mißlichste Stimmung. Ich befolgte die Anweisung Herrn Linants und steuerte blos auf die mir von E. Hochwohlgeboren gestellte Aufgabe, die Bewilligung des Pascha's, die Vorstudien vornehmen zu dürfen, Ios. Mehemed Ali war in seinem Gartensalon, und empfing uns sogleich,