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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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als er uns ankommen sah. Nach den ceremoniellen Begrüßungen wieß er mir einen Stuhl ganz in seiner Nähe an, und nachdem ich bemerkt hatte, daß er zuerst angesprochen werden wollte, nahm ich das Wort, gleich auf die Sache losgehend. Ich sagte, daß gegenwärtig Europa und die ganze Welt darin übereinstimmen, wie wichtig der Durchstich der Landenge von Suez sei, daß die commerziellen Verhältnisse aller Staaten durch dieses Werk eine neue viel günstigere Gestaltung erhalten müßten, daß Handel, Agrikultur und Industrie durch das Inslebentreten des Tanals, einen neuen nicht zu berechnenden Aufschwung nehmen würden. In Berücksichtigung dessen und zur Lösung der Frage, ob ein solcher Canal von Suez bis Tineh ausführbar sei und welche Schwierig­keiten sich demselben entgegenstellen würden, haben sich mehrere tech­nisch hochgebildete Männer vereinigt, um diese wissenschaftliche Frage nach den hierzu nötigen Forschungen an Ort und Stelle zu erörtern. E. Hochwohlgeboren haben in Derbindung mit H. Talabot und H. Stephenson die Beantwortung dieser Frage übernommen und haben mich und meine Begleiter, 3 Ingenieurs, die in Alexandrien meine Rückkunft dahin erwarten, beauftragt, die bezüglichen Studien in Egypten zu machen, um darnach die Entscheidung dieser Frage fällen zu können. Im Vertrauen auf die Gnade Sr. Hoheit der bisher immer die Wissenschaften so kräftig unterstützt, der alles aufgeboten um das Glück seines Volkes zu begründen, so daß sein Name von ganz Europa mit Ehrfurcht ausgesprochen werde, wage ich die ergebenste Bitte, mir die Bewilligung zur Vornahme der Studien über den Canal von Suez zu erteilen und mir seinen hohen Schutz während meines Aufenthalts in Egypten huldvollst angedeihen zu lassen. Nach längerem Still­schweigen erwiderte er, daß wenn Europa von ihm sage, daß er die praktischen Wissenschaften und ihre Förderer ehre, sie immer und überall begünstige, daß das Glück seines Volkes das Ziel seines Lebens sei, so sprechen dafür die vielen Opfer, welche er gebracht um dies 3iel zu erreichen, man lasse ihm sein Recht wiederfahren und es freue ihn die Anerkennung der Welt zu finden. Er habe längst die Wichtig­keit des Kanals erkannt und dessen Ausführung gewünscht, doch hätten sich zu viele seinem Lande ersprießliche nötige Bauten ergeben, deren Ausführung dringend gewesen wäre, um seine Kräfte zersplittern zu wollen. Jetzt aber wolle er auch den Bau des Canals unternehmen, die Finanzen seines Landes haben sich gehoben, über die zum Baue nötigen Leute könne er gebieten. Die Terrainverhältnisse der Wüste kenne er und um diese zu studieren, brauche man wohl nicht gar so