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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
Entstehung
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vorgelegt werden und Linant Bei wird von demselben( er hat sie bereits von mir ins Französische überseht) eine Vorlage dem Pascha anfertigen lassen. In derselben muß der Punkt 7 ausgelassen sein, der beim Pascha Mißtrauen erwecken und uns nachteilig werden könnte. Der Pascha würde glauben, daß wir unsere Arbeit geheim halten sollen, sich das auch auf ihn beziehe und ein politischer Grund hierzu obschwebe. Ferner bleibt in diesen Instruktionen auch der Punkt No. 15 aus, der nicht minder, als der frühere Punkt vom Pascha sehr ungünstig aufgenommen würde, wir sollen besonders die Forschungen welche in No. 15 d. anbefohlen sind, unterlassen, denn der Pascha ist höchst mißtrauisch und wir haben sehr behutsam zu sein. Alle nötigen Forschungen werde Linant und Lambert mir selbst mit der möglichsten Genauigkeit beantworten, jedoch unter dem Siegel der Verschwiegenheit, da sie sich großer Verantwortlichkeit aussehen. Ich werde daher über diesen Gegenstand gegen jedermann das strengste Stillschweigen be= obachten. Lambert Bei bemerkte hier sehr schlau und vielsagend, ich möchte unsere ganze Stellung Egypten gegenüber, als ein Schauspiel betrachten, das mehrere Akte habe; in den Akten wechseln Personen und Kostüms. Jetzt spiele der erste Akt, und dieser dürfe in jeder Beziehung als befriedigend angesehen werden. Die Zukunft bestimme die weiteren Akte und werde hoffentlich ein schönes Ende bringen.

Diese Worte Lamberts wurden in Linants, Bachmanns und meiner Gegenwart gesprochen, aber ich glaube in denselben eine genügende Aufklärung zu finden. Lambert wird nächstens nach Paris reisen, um in Paris Lehrer für die technische Anstalt in Cairo anzuwerben. Er freut sich mit Enfantin zusammen zu treffen. Herr Linant hat mir eine seiner Karten, die er in Egypten verfaßte, zur leichteren Orien­tierung übergeben. Beide Herren empfehlen sich E. Hochwohlgeboren bestens und freuen sich sehr mit Ihnen in nähere Berührung zu treten. Besonders Linant ist sehr liebenswürdig und sprach mit der größten Hochachtung von E. Hochwohlgeboren. Ich bin überzeugt, Sie werden in ihm den wärmsten Freund finden, wenn Sie die Reise nach Egypten machen werden. Der Konsul, der mich bei Hikekian Bei, Ingenieur im Dienste Sr. Hoheit aufführte, verlangte Briefe, für denselben nach Triest und Wien. Ich war so frei ihm einen Brief an Euer Hoch­wohlgeboren in Wien und an Herrn v. Bruck in Triest zu übergeben, da Hikekian Bei gegen uns sehr gefällig ist und als Schwager Artim Beis, Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Egypten vielen Ein­fluß nimmt. Er scheint aber kein Freund Linants und Lamberts zu