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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Somit bitte ich um die Eröffnung eines Kredites fr. 6489 Tour. M3. Ich bitte ergebenst mir anzuzeigen, ob ich, da der Pascha das Schiff ganz unentgeltlich stellen wird, das bei diesen Gelegenheiten hier immer übliche Backschisch, Belohnung für Offiziere und Mannschaft, nach dem Anraten des Hr. Laurin geben darf. Wenn wir ein Schiff, das kaum die dringend nötige Bequemlichkeit und Sicherheit bieten würde, hätten mieten wollen, so wäre der geringste Preis für 6 Wochen 3000 fr. Tour. M3. gewesen. Ein billigeres Schiff konnte H. v. Laurin und ich nicht eruieren; an Schiffen ist hier der größte Mangel und die Fracht sehr hoch. Wir sind daher dem Pascha doppelt dankbar für die durch das Schiff gewährte Unterstügung. Die Brigantine ist mit 18 Mann bemannt, Laurin glaubt daher für dieselbe als angezeigtes Geldgeschenk 3-400 fr. und für den Kapitän, Offizier der Marine des Paschas eine goldene Cylinder- Uhr, oder ein schönes Gewehr oder einen Säbel bezeichnen zu müssen. Wenn wir das Schiff benützen, ohne den üblichen Backschisch zu geben, so würde es gewiß Unannehm= lichkeiten nach sich ziehen.

Ich habe darüber nichts entschieden und bitte Ew. Hochwohl= geboren dringend mir auch darüber Verhaltungsbefehle zu geben. Dieselbe ergebenste Frage bezieht sich auch auf die Expedition durch die Wüste. Diese Expedition bis Suez rät Linant sehr an und sagt, daß eine gediegene Relation über diese Strecke und den Hafen von Suez sehr anzuraten sei, da es eine gute Kontrolle für die weiteren Arbeiten bilde. Auf die Frage Linants, in welcher 3eit wir unsere Arbeiten vollendet glaubten, erwiederte ich, in längstens 8-10 Wochen. Er sagte dies sei unmöglich, seht einen Termin von 4 Monaten. Ich erlaube mir die Gegenbemerkung, daß ich dafür hafte, längstens in 10 Wochen d. i. bis 15. Juli alle Arbeit vollkommen genügend gestellt zu haben. Meine Begleiter sind jung, kräftig und voll guten Willens und was andere in 4 Monat arbeiten, werden und müßen sie in längstens 10 Wochen beendet haben. Wie verschieden von allen früheren Bestimmungen und Relationen zeigt sich doch hier an Ort und Stelle die Sachlage der Angelegenheiten des Suez- Canals. Ich bitte daher Ew. Hochwohlgeboren darnach gütigst das Urteil über uns fällen zu wollen und nicht zu glauben, daß meine Untätigkeit oder Unkenntnis die Schuld der vielen Zeitverzögerung trage, daß meine Unwirtschaft die Auslagen der Expedition so sehr erhöhen. Ich leiste, beseelt von dem Gedanken mich des Wohlwollens Ew. Hochwohlgeboren für jetzt und für die Zukunft würdig zu zeigen, das möglichste und doch fühle