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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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ich mich nicht früher beruhigt, bis Ew. Hochwohlgeboren selbst die Güte haben, mir zu schreiben, ob Sie meine Handlungsweise gut heißen, ob Sie mir Ihre Zufriedenheit schenken. Gestern kam der Pascha von Cairo hier an und hat mit Hr. von Laurin über den Canal sehr viel gesprochen. Es hat ihn nicht leicht etwas so hoch interessiert als diese Angelegenheit und er beschäftigt sich immer damit. Auf seinen Wunsch wurden heute die 3 Ingenieurs und ich wiederholt demselben vor= gestellt. Er beharrt bei jeder Gelegenheit auf der Idee des Selbst= baues, doch wird die Zeit und die Schwierigkeit, welche die Vor­studien herausstellen dürften und noch andere Verhältnisse ihn um­stimmen. Ich hatte die 3 jungen Herren ersucht sich über die Canal­Angelegenheiten nicht ins Detail einzulassen, da es schwer ist, mit dem Pascha, der so schlau und scharfsinnig ist, zu verkehren und oft ein Wort eine schädliche Nachwirkung bringt. Er war während der ganzen Audienz sehr gnädig und entließ uns sehr freundlich.

Herr von Laurin bemüht sich für unsere Interessen, und wir verdanken ihm viel. Der Pascha giebt uns bis Tineh und auf der Zurückreise freien Tisch, während der Arbeit und in der Wüste haben wir für uns ganz zu sorgen. Morgen segeln wir ab. Ich verharre mit dem Ausdrucke der größten Hochachtung

Nachschrift.

Dero

gehorsamster Diener ( gez.) Jaßnüger m./p.

Ich habe in folge soeben erhaltenen Auftrages von Hr. v. Laurin Empfehlung an Euer Hochwohlgeboren zu melden. Er bedauert die eingetretene Verzögerung beim Beginn unserer Studien und daß der Pascha die feste Idee gefaßt hat, den Canal- Bau selbst zu unternehmen. Er glaubt, daß man sich dadurch beruhigt fühlen müßte, daß der Bau überhaupt unternommen werden würde. Er hat über diese Angelegen­heit an S. Durchlaucht Fürst Metternich berichtet. Auch ich möchte gar gerne Manches berichten, um Ew. Hochwohlgeboren einige Aufklärun­gen zu geben aber ich erinnere mich des Tages da ich bei Ew. Hoch­wohlgeboren im Bureau war, und ein eröffneter Brief tam. Ich werde leider erst später mündlich berichten können. Ich verharre mit tiefster Verehrung

Dero

ergebenster

( gez.) Jaßnüger m./p.