-
79
-
zurück und setzten unsere Reise nach Damiette fort, wo wir aber erst am 6. Mai eintrafen, da wir mit ungünstigen Winden und was noch ärger ist, mit Windstille zu kämpfen hatten. Wir werden morgen unsere Aufwartung beim Gouverneur von Damiette machen, die Nilausmündung untersuchen und wenn möglich noch denselben Tag unsere Reise nach Tineh fortsetzen. Ich werde die Ehre haben Ew. Hochwohlgeboren mit der nächsten Post die weiteren Berichte über unsere Reise und die technischen Arbeiten meiner Begleiter zu übersenden. Mit größter Erwartung Briefen von Ew. Hochwohlgeboren entgegensehend verharre ich mit der größten Hochachtung
Ew. Hochwohlgeboren
ganz gehorsamster Diener
( gez.) Karl Jaẞnüger.
31
Bericht des Ingenieurs Jaẞnüger an Negrelli.
prs. am 2. Juli 1847. Tineh, am 19. Mai 1847.
Euer Hochwohlgeboren!
Mit Beziehung auf meine früheren ergebensten Berichte erlaube ich mir Euer Hochwohlgeboren anzuzeigen, daß wir am 9. Mai Damiette verlassen haben, nachdem ich mit dem dortigen Consul H. Tahil, die schnellste Expedition der Berichte verabredet hatte und der Gouverneur von Damiette mir die Versicherung gegeben, uns Alles, was wir benötigen sollten, in die Wüste nachzusenden. Ungeachtet der genauesten Forschungen war es mir unmöglich Näheres über Tineh zu erfahren, denn diese Gegend ist für die Bewohner des Landes im wahren Sinne des Wortes terra incognita. Endlich gelang es einen Lootsen zu finden, der früher Fischer war und dieser gab an, daß er die Gegend von Tineh kenne. Ich nahm denselben für kürzere 3eit in meinen Dienst unter der Bedingung, uns ungesäumt an den Ort unserer Bestimmung zu geleiten. Die Entfernung von Damiette bis Tineh beträgt bei 46 See= meilen und die Tiefe des Fahrwassers 8-10 Klafter. Da wir bei Nacht in die Nähe von Tineh kamen und die Bucht dem Tapitän unseres Schiffes unbekannt war, lavierten wir die Nacht über außerhalb derselben. Am 11. dieses Monats gingen wir an der Bucht, 5 Seemeilen von der Küste mit 5 Klafter Meerestiefe vor Anker, verließen das