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seiner Regierung zu Stande käme. So viel steht fest, der Pascha ist zu Allem zu stimmen, wie ich in meinen 3 Audienzen und aus vielen seiner Lebenszüge klar ersehe, nur darf sein immer reges Mißtrauen nicht genährt werden, man muß mit ihm wenigstens etwas offener, ehrlicher und ich möchte sagen, sogar klüger zu Werke gehen, als es die im eigenen Kampfe begriffene Partei, nur von ihren PrivatInteressen geleitet, gegenwärtig tue, die er aber großen Teils durchsieht denn ein seltener Scharfblick muß mehemed Ali unbedingt zugesprochen werden. Ich glaube, daß es auch möglich ist, sein Vertrauen zu erwecken und daß dasselbe mit Vorsicht und Maß gebraucht, den wirklich vielen Unternehmungen den größten Vorteil bringen muß.
Da jetzt die Arbeiten meiner Herren Begleiter zu beginnen haben, habe ich die Vorkehrung getroffen, daß dieselben täglich ihre technischen Leistungen selbst in das allgemeine Journal eintragen und zwar jeder seine Relation über die eigene Arbeit und daß jeder diese tägliche Relation unterfertiget. Dadurch wird es leicht bei vorkommenden Fehlern den Schuldtragenden zu eruieren und so kann man die Leistungen eines Jeden am deutlichsten ersehen, was um so nötiger sein dürfte, als die Arbeitskräfte und Fähigkeiten dieser 3 Herren sehr verschieden zu sein scheinen.
Ich selbst aber trage in dieses Journal nur das ein, was ich zur Einsicht meiner H. Begleiter u. s. w. als geeignet erachte und erlaube mir Ew. Hochwohlgeboren ein besonderes Tagebuch zu unterhalten, welches ich in Wien ausarbeiten werde.
Ich bitte Ew. Hochwohlgeboren mir Verhaltungsbefehle zukommen zu lassen, was nach Beendigung der Expedition mit den nach Hr. v. Laurins Angabe, als nötig erachteten und angekauften Requisiten wie z. B. Matragen samt Polster, Decken, 2 Doppelgewehre, 1 paar Pistolen, 3 Säbel, sehr viele Holzrequisiten, als Aussteckstangen, Bretter zu geschehen habe, ob ich dieselben bis auf weiteres beim Consulate deponiere oder um den bestmöglichsten Preis verkaufen und das dafür gelöste Geld in der Rechnung in Empfang stellen oder ob ich diese Gegenstände nach Wien bringen soll, wobei der Transport unverhältnismäßige Umkosten verursachen würde. Wir gingen vor Rosette, wo der westliche Arm des Nils in das Meer mündet vor Anker, um die vom Pascha erbetenen Forschungen über die Verschlammung und Ver= sandungen vor und seitwärts der Nilmündung vorzunehmen, die mög= lichste Variabilität der gangbarsten Bogasen zu eruieren. Diese Arbeit erforderte 1 Tag und wir kehrten am 3. Mai am Bord unseres Schiffes