-
83
-
Bau durch den Pascha oder was das wahrscheinlichste ist, im Einverständnis mit dem Pascha, so werden Leute genug zu geringem Arbeitslohn zu bekommen sein, und wer die Genügsamkeit der gemeinen Volksklassen hier gesehen hat, wird einsehen, wie leicht die Herbeischaffung des Proviantes für die Arbeiter ist. Ein Schiffszwieback, ein paar Oliven oder 3wiebel und im günstigsten Falle Reis oder Bohnen und das nötigste Trinkwasser befriedigt alle Bedürfnisse des Arabers.
Soeben komme ich von einer Recognoszierung aus dem Inneren der Wüste zurück. Auf 3/4 Meilen östlich von der Ruine Pelusium erhebt sich eine Hügelreihe, welche sich in einer beinahe geraden Linie von Süden gegen Nordosten zieht und am östlichen Ende des Ufers, welches die Bucht von Tineh begränzt, ins Meer ausläuft. Auf diesen Hügeln liegen die Ruinen der Stadt Faramah del Machsan de Karais. Man sieht beinahe durchgehends nur Schutthaufen, welche den Ort bezeichnen, der einst durch den Reichtum seiner Bewohner bekannt war. Noch jetzt findet man 8 schöne Säulen aus demselben herrlichen Granit, wie die Pengeus- Säule in Alexandrien am Boden umgestürzt. Mein Tagebuch enthält detailierte Nachrichten über diesen Gegenstand.
Ich erwarte mit großer Spannung Berichte von Euer Hochwohlgeboren, welche mir die Ueberzeugung verschaffen, daß meine bisherige Handlungsweise in den Suez- Canal- Angelegenheiten Dero Ansichten entsprechen kann und die mir Verhaltungsbefehle für die Jukunft bringen. Ich habe leider die letzte Post noch nicht erhalten und sende diesen Bericht durch meinen eigenen Boten nach Alexandrien. Ich habe die Ehre mit besonderer Hochachtung zu verharren Euer Hochwohlgeboren ganz erg. Diener ( gez.) Karl Jaẞnüger.
32
Bericht des Ingenieurs Jaßnüger an Negrelli.
prs. am 28. Juli 1847. Tineh, am 1. Juli 1847.
Euer Hochwohlgeboren!
Mit Beziehung auf meine früheren gehorsamsten Berichte vom 29. März, 14. und 28. April, 7. und 20. mai habe ich die Ehre Ew. Hochwohlgeboren ergebenst anzuzeigen, daß die Landaufnahme
6*