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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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führung unsern Aufenthalt sehr verlängert hätten und sprach die Meinung aus, wie er es gerne sehen würde, wenn die Aufnahme recht lange dauern könnte. Von den beiden andern jungen Männern über­stimmt, trachtet er jetzt mit Eifer, hinter den Leistungen derselben nicht zurückzubleiben. Unter diesen Verhältnissen habe ich mir erlaubt, gewiß im Sinne Euer Hochwohlgeboren, H. Pottika darauf aufmerksam zu machen, welches Vertrauen Euer Hochwohlgeboren besonders in ihn setzen, der das Glück hat, seit längerer Zeit von Ew. Hochwohl= geboren gekannt zu sein und daß besonders er den größten Teil der Derantwortung tragen würde, daß Euer Hochwohlgeboren seine Leistun= gen anerkennen werden, wenn die technischen Vorstudien schnell und Dero Wünschen entsprechend beendet sind. Er wird gewiß Alles auf­bieten, um dieser Gnade würdig zu sein.

Wieviel wurde noch während meines Aufenthaltes in Wien, sogar von Männern, denen ich wegen ihrer Stellung mehr Wissen zugetraut hätte, über die Unmöglichkeit der Ausführung des Canals von Suez nach Tineh gestachelt(?), welche ans fabelhafte grenzenden Schwierig­keiten erzählte man mir in Triest, Alexandrien, Cairo und selbst noch auf der Reise bis Tineh und wie ganz anders stellten sich gegenwärtig uns, die wir an Ort und Stelle untersuchen und prüfen, die Verhältnisse dar. Die Möglichkeit des Canal- Baues, ja sogar die leichte Möglichkeit, im Verhältnisse zur Großartigkeit des Baues und des unberechenbaren Nutzens, den der Canal meist der ganzen Welt bieten wird, tritt mit jedem Tage klarer hervor. Die Hize ist erträglich und erreicht im ungünstigsten Falle nur in den Monaten Ende Juni, Juli und Anfangs August über 30-34 Grad; woran man sich jedoch hier viel leichter, als im gemäßigten Klima, wie z. B. Oesterreich, gewöhnen kann; in allen anderen Monaten des Jahres ist das hiesige Klima milde zu nennen. Man hatte uns die furchtbarsten Siroccos, hier Tamsin ge= nannt, prophezeiht und seit unserem Aufenthalte in Egypten hatten wir nur 1 mal leichten Camsin, während ich in Cairo war, seit dieser Zeit aber weht immer ein kühlender Nordwestwind und doch ist gerade die jetzige Zeit als die der Camsins bezeichnet worden, mit Ende Mai aber kommen diese Winde gar nicht mehr vor. Statt einer Küste voll Klippen und Gefahren finden wir eine mäßig flache Küste und bisher immer günstigen leichten Nordwestwind und sehr ruhiges meer und ich zweifle nicht, daß die Sandapen an den ungünstigen Stellen auf höchstens 3 Seemeilen die erwünschte Tiefe von 27 Fuß ausweisen. Hierüber hoffe ich nächstens günstig berichten zu können. Geschieht der