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Urkunden zur Geschichte des Suezkanals / von Georgi und Albert Dufour-Feronce
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Mit heutiger Post erhielt ich ein Schreiben von Herrn von Bruck, der die Weisung von Ew. Hochwohlgeboren erwartet, um unsere Tredit­verhältnisse zu ordnen.

Mich dem besonderen Wohlwollen Ew. Hochwohlgeboren empfehlend verharre ich mit dem Ausdrucke der Ergebenheit.

Ew. Hochwohlgeboren

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gehorsamster Diener

( gez.) Karl Jaẞnüger.

Bericht des Ingenieurs Jaßnüger an Negrelli.

Tineh, am 16. Juli 1847.

Euer Hochwohlgeboren!

Ungeachtet ich mit größtem Verlangen einem Schreiben Euer Hochwohlgeboren entgegensehe, ist meine Hoffnung wenigstens für diesen Posttag leider wieder getäuscht und ich muß eilen, meine Berichte fortzusetzen, damit mein Bote noch vor Abgang des Dampfbootes von Alexandrien nach Europa dort anlangen kann. Die technischen Arbeiten sind soweit vorgerückt, daß sie in 8 Tagen als beendet betrachtet werden können. Die ersten Sondagen, welche östlich von der Tanalmündung vorgenommen wurden, stellte sich nicht als so günstig heraus, wie ich erwartet habe, so daß wir erst auf eine Entfernung von 4000 m. Klafter 27 Tiefe fanden. Je näher wir jedoch der Stelle kamen, wo nach Linant Bei die Ausmündung des Canals projektiert wurde, desto günstiger stellten sich die vorgenommenen Sonden dar, so daß durch­schnittlich auf 3 Seemeilen Entfernung und auch bei 100 Klafter darüber 27 Tiefe anzutreffen sind. Eine Seemeile gleich 1000 Klafter. Oestlich von der Stelle der Canalmündung gegen das Cap el Kas ver­größert sich die Entfernung vom Ufer, in der 27 Tiefe anzutreffen sind, auf 3500 bis 3700 Klft. und bleibt sodann constant. Abdachung des Meeresgrundes bis zur Tiefe von 27 verhält sich wie 1: 808, sodaß auf 100 KIfter 9 3oll Gefäll anzunehmen sind. In dem ganzen weitem Halbkreise der Bucht, in der die Sondagen vorgenommen wurden, sind weder Sandbänke noch Felsen und dergleichen anzutreffen und die Abdachung nimmt bis zu dem Punkte der 27 Tiefe, im obgedachten